Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Politik Milizen-Camp im libyschen Bengasi gestürmt - Großdemo gegen Gewalt
Nachrichten Politik Milizen-Camp im libyschen Bengasi gestürmt - Großdemo gegen Gewalt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:01 22.09.2012
Ein zerstörtes Gebäude auf dem Gelände des attackierten US-Konsulats in Bengasi, Libyen. Quelle: STR

Bei Schusswechseln in der Nacht zum Samstag wurden mindestens drei Menschen getötet und 20 weitere verletzt, wie der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira berichtete. Die Ansar-al-Scharia-Miliz steht im Verdacht, am Angriff auf das US-Konsulat in der Stadt vor zehn Tagen beteiligt gewesen zu sein. Der amerikanische Botschafter und drei weitere US-Bürger starben dabei.

Bereits am Freitagnachmittag hatten sich rund 20 000 Menschen zu einem Protestmarsch gegen Gewalt unter dem Motto "Freitag der Rettung von Bengasi" versammelt. Später kochte den Berichten zufolge die Wut hoch, Hunderte Demonstranten stürmten mit Rufen wie "Libyen, Libyen" oder "Nein zu Milizen" das Hauptquartier von Ansar al-Scharia.

Die zum Teil mit Schwertern und Fleischerbeilen bewaffneten Demonstranten hätten die Kämpfer aufgefordert, ihre Waffen niederzulegen, und sie aus dem Lager vertrieben. Auf Fernsehbildern waren brennende Gebäude und Fahrzeuge zu sehen. "Nach dem, was im amerikanischen Konsulat geschehen ist, haben wir genug von den Extremisten", sagte ein Demonstrant vor der Kamera.

Als die Menge ein weiteres vermeintliches Milizen-Lager in der Stadt stürmen wollte, hätten Kämpfer mit Maschinengewehren das Feuer eröffnet. Wie es unter Berufung auf Krankenhausangaben hieß, kamen dabei drei Menschen ums Leben.

Eine Korrespondentin, die für den Nachrichtensender CNN aus Bengasi berichtet, sagte, das zweite Camp sei kein Islamistenstützpunkt gewesen, sondern ein Lager regierungstreuer Kräfte. Allem Anschein nach seien die Demonstranten mit falschen Informationen in die Irre geführt worden. Nach Informationen des britischen Senders BBC gab es im Laufe der Proteste noch ein weiteres Todesopfer an anderer Stelle.

Der Ansar-al-Scharia-Miliz werden Verbindungen zum Terrornetz Al-Kaida nachgesagt. Schon kurz nach dem Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi war die Gruppe als möglicher Drahtzieher genannt worden. Die Kommandeure der Miliz bestreiten allerdings jede Beteiligung.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

SPD-Parteichef Sigmar Gabriel sieht keinen Erklärungsbedarf zu den jüngsten Spekulationen um eine Kanzlerkandidatur von Peer Steinbrück.Zuerst müsse die SPD alle programmatischen Fragen klären, sagte Gabriel am Samstag der Deutschen Presse-Agentur auf einem Parteitag der sächsischen SPD in Dresden.

22.09.2012

50 Jahre nach der "Spiegel"-Affäre erinnert das Magazin mit einer hochkarätig besetzten Konferenz an den Fall. Dass damals versucht worden sei, den "Spiegel" mundtot zu machen, sei ein Wendepunkt in der Geschichte der Bundesrepublik gewesen, erklärte Chefredakteur Georg Mascolo am Samstag in Hamburg zum Auftakt.

22.09.2012

In der Debatte über eine gesetzliche Frauenquote pocht die Gruppe der Unionsfrauen auf eine Bundestags-Abstimmung ohne Fraktionszwang.Die Vorsitzende der Gruppe der Frauen, Rita Pawelski (CDU), sagte dem "Focus": "Ich werde darauf drängen, dass der Fraktionszwang aufgehoben wird.

22.09.2012
Anzeige