5 ° / 3 ° Schneeregen

Navigation:
Milizen-Camp im libyschen Bengasi gestürmt - Großdemo gegen Gewalt

Unruhen Milizen-Camp im libyschen Bengasi gestürmt - Großdemo gegen Gewalt

Nach einer Großdemonstration gegen bewaffnete Milizen in Libyen haben Hunderte aufgebrachte Bürger in der Hafenstadt Bengasi ein Lager islamistischer Kämpfer gestürmt.

Voriger Artikel
Gabriel sieht keinen Erklärungsbedarf bei "K-Frage"
Nächster Artikel
Platzeck wieder zum SPD-Landesvorsitzenden gewählt

Ein zerstörtes Gebäude auf dem Gelände des attackierten US-Konsulats in Bengasi, Libyen.

Quelle: STR

Bengasi/Istanbul. Bei Schusswechseln in der Nacht zum Samstag wurden mindestens drei Menschen getötet und 20 weitere verletzt, wie der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira berichtete. Die Ansar-al-Scharia-Miliz steht im Verdacht, am Angriff auf das US-Konsulat in der Stadt vor zehn Tagen beteiligt gewesen zu sein. Der amerikanische Botschafter und drei weitere US-Bürger starben dabei.

Bereits am Freitagnachmittag hatten sich rund 20 000 Menschen zu einem Protestmarsch gegen Gewalt unter dem Motto "Freitag der Rettung von Bengasi" versammelt. Später kochte den Berichten zufolge die Wut hoch, Hunderte Demonstranten stürmten mit Rufen wie "Libyen, Libyen" oder "Nein zu Milizen" das Hauptquartier von Ansar al-Scharia.

Die zum Teil mit Schwertern und Fleischerbeilen bewaffneten Demonstranten hätten die Kämpfer aufgefordert, ihre Waffen niederzulegen, und sie aus dem Lager vertrieben. Auf Fernsehbildern waren brennende Gebäude und Fahrzeuge zu sehen. "Nach dem, was im amerikanischen Konsulat geschehen ist, haben wir genug von den Extremisten", sagte ein Demonstrant vor der Kamera.

Als die Menge ein weiteres vermeintliches Milizen-Lager in der Stadt stürmen wollte, hätten Kämpfer mit Maschinengewehren das Feuer eröffnet. Wie es unter Berufung auf Krankenhausangaben hieß, kamen dabei drei Menschen ums Leben.

Eine Korrespondentin, die für den Nachrichtensender CNN aus Bengasi berichtet, sagte, das zweite Camp sei kein Islamistenstützpunkt gewesen, sondern ein Lager regierungstreuer Kräfte. Allem Anschein nach seien die Demonstranten mit falschen Informationen in die Irre geführt worden. Nach Informationen des britischen Senders BBC gab es im Laufe der Proteste noch ein weiteres Todesopfer an anderer Stelle.

Der Ansar-al-Scharia-Miliz werden Verbindungen zum Terrornetz Al-Kaida nachgesagt. Schon kurz nach dem Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi war die Gruppe als möglicher Drahtzieher genannt worden. Die Kommandeure der Miliz bestreiten allerdings jede Beteiligung.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten: Politik 2/3