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20:53 21.01.2017
Hunderttausende machten sich in Washington auf den Weg, um gegen Donald Trump zu demonstrieren. Quelle: AP
Washington

„Es ist der zweite Tag des Präsidenten – und der erste Tag der Opposition!“ Dieses Motto lockte auch in Chicago, New York, Seattle, Austin, Los Angeles und Boston sechsstellige Teilnehmerzahlen auf die Straße. Insgesamt ging die Zahl der Demonstranten in die Millionen. In jedem der US-Bundesstaaten gab es mindestens eine Demonstration. Ein Symbol hat die neue Volksbewegung auch schon – eine pinkfarbene Kopfbedeckung. Und ob selbstgehäkelt oder gekauft, sie hat auch schon einen Namen: „pussyhat“. Die Demonstration in Washington wird von ihrer Größe in einem Atemzug mit den Protesten gegen den Vietnam-Krieg 1969, dem Million Man March 1995 und dem Million Mom March gegen Waffenbesitz 2000 genannt.

Madonna, Scarlett Johansson und Alicia Keys erheben ihre Stimme

In Washington waren so viele Menschen, dass ein geordneter Marsch in Richtung des Weißen Hauses unmöglich wurde. Die Menge füllte die Straßen bereits komplett. Jede Menge Prominente wie etwa Madonna, Scarlett Johansson und Alicia Keys sprachen in Washington, unterstützen den Woman’s March. „Es bedurfte dieses furchtbaren Moments der Dunkelheit, um uns verflucht noch mal wach zu rütteln. Die Revolution beginnt hier“, rief Madonna den Hunderttausenden zu. „Lasst uns gemeinsam den Weg durch die Dunkelheit antreten. F*ck you“, rief sie Trump von der Bühne entgegen.

Auch Hillary Clinton, die unterlegene Präsidentschaftskandidatin, die nach Zahl der Wählerstimmen gut drei Millionen vor Donald Trump liegt, meldete sich per Twitter zu Wort. Sie dankte den Teilnehmern dafür, dass sie „für unsere Werte“ einstünden, das Wort ergriffen und marschierten, schrieb die Demokratin. Dies sei so „wichtig wie immer“. Angelehnt an ihren Wahlkampfslogan „Stronger Together“ fügte sie hinzu: „Ich glaube wirklich, dass wir gemeinsam immer stärker sind.“

Ein ganzes Land auf den Beinen

Die Teilnehmerzahlen aus den amerikanischen Großstädten übertrafen die Erwartungen der Veranstalter bei weitem. Senatorin Elizabeth Warren aus Massachusetts formulierte in Boston die Kampfansage an die jüngst etablierte Trump-Regierung. „Wir sind hier, um zurückzuschlagen. Wir stehen für Gerechtigkeit, Respekt gegenüber jedem, wirtschaftliche Gerechtigkeit für jedermann – das ist der amerikanische Deal.“ Warren fügte hinzu: „Wir sind bereit, für ein Land zu kämpfen, das für uns alle da ist. Wir werden jeden Tag hier sein – lasst uns marschieren!“

2,5 Millionen Menschen demonstrierten außerhalb der USA

Weltweit schlossen sich vermutlich mehr als 2,5 Millionen Menschen den Protesten an. So demonstrierten die Menschen u.a. in Paris, Stockholm, Sydney, Mexiko und Neuseeland. Zur wohl größten Demo außerhalb der USA kamen in London nach Schätzungen der Veranstalter etwa 100.000 Menschen. Demonstrationen, wenn auch viel kleiner, gab es unter anderem auch in Berlin, Frankfurt, München und Heidelberg.

Von RND/dpa/dk

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