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Münster lehnt "Hindenburgplatz" ab

Kommunen Münster lehnt "Hindenburgplatz" ab

Der "Schlossplatz" in Münster wird nicht wieder nach dem umstrittenen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg benannt. Bei einem Bürgerentscheid lehnte am Sonntag eine Mehrheit von 59,4 Prozent die Umbenennung ab.

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Münsters Bürger haben ihrer Stadt eine Blamage erspart: Der «Schlossplatz» bleibt «Schlossplatz« und wird nicht wieder zum «Hindenburgplatz». Ein Bürgerentscheid pro Hindenburg scheiterte.

Quelle: Rolf Vennenbernd

Münster. Für "Schlossplatz" stimmten nach Angaben der Stadt 56 717 Bürger, 38 801 Wahlberechtigte wollten die frühere Bezeichnung "Hindenburgplatz" zurück. An der Abstimmung beteiligten sich 40,3 Prozent der Wahlberechtigten.

Der Platz vor dem Schloss hieß 85 Jahre lang "Hindenburgplatz". Im März beschloss der Stadtrat die Umbenennung in "Schlossplatz". Der Weltkriegsgeneral sei ein Gegner der Weimarer Republik gewesen, hatte Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) gesagt. "Deshalb verdient Hindenburg in unserer Stadt nicht mehr die Ehre eines Straßennamens." Hindenburg hatte im Januar 1933 Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt.

Gegen den Ratsbeschluss hatte sich eine Bürgerinitiative gebildet und den Bürgerentscheid durchgesetzt. Der Name "Hindenburgplatz" sei ein "vertrautes Stück Münster" betonten die Gegner der Umbenennung. "Wir möchten Erinnerungskultur bewahren, statt die Geschichte einfach auszulöschen", hatten sie argumentiert.

Lewe zeigte sich erleichtert über den Ausgang des Bürgerbegehrens. "Wir haben so intensiv wie keine andere Stadt in Deutschland dieses Thema bearbeitet", sagte er. "Das Wichtigste ist: Der Schlossplatz bleibt Schlossplatz."

Nach Hindenburg benannte Straßen gibt es in einer Reihe von Städten, in Nordrhein-Westfalen beispielsweise in Essen und Mönchengladbach. In Solingen war der Hindenburgplatz 2010 in Marktplatz umbenannt worden.

dpa

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