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Politik Nach der Kippa-Attacke – Handeln statt hadern
Nachrichten Politik Nach der Kippa-Attacke – Handeln statt hadern
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13:48 19.04.2018
Für manche die Projektionsfläche ihres Hasses, für religiöse männliche Juden gewohnte Kopfbedeckung: die Kippa.
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Hannover

Adam Armush war sich sicher – im Prenzlauer Berg, der „Macchiato-Meile“ der Hauptstadt, da ist ein Herumlaufen mit Kippa gänzlich risikofrei, im Unterschied etwa zu Neukölln. Das wollte der nicht-religiöse Israeli seinen Freunden beweisen – und widerlegte die These prompt, als er wegen der religiösen Kopfbedeckung attackiert wurde.

Wie nach jedem öffentlich notierten antisemitischen Vorfall folgte die verbale Empörung auf dem Fuße: Für Bundeskanzlerin Angela Merkel war es ein „ganz schrecklicher Vorfall“. Bundesaußenminister Heiko Maas nannte die Attacke „unerträglich“. Der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, meint, es sei offenbar „zunehmend problematisch“, sich in Großstädten „offen als Jude erkennen zu geben“.

Alles wohlfeile Worte, sicherlich gut gemeint, jedoch nutzlos, sofern nicht gehandelt wird. War es doch ausgerechnet Schuster, der nach einem ähnlichen Vorfall den Juden hierzulande riet, in einigen Gegenden die Kippa doch lieber abzusetzen. Ein Signal, dass nach innen wie außen verheerend wirkt. Die ohnehin schon verängstigten deutschen Juden ziehen sich – und damit das Jüdischsein – noch weiter aus der Öffentlichkeit zurück. Und der Mob, ob rechts gewirkt oder muslimisch antisemitisch motiviert, kann für sich die Hoheit der Straße reklamieren.

Kippa-Flashmobs in deutschen Großstädten

Genau das darf nicht passieren. Im Gegenteil. Deutschlands Metropolen sollten von Kippa-Flashmobs als Zeichen des solidarischen Bürgersinns geflutet werden. Und Deutschlands Behörden und Gerichte sollten endlich konsequent dort ansetzen, wo der Antisemitismus minderjähriger Bürschchen gedeiht: in deren Elternhäusern und in den Moscheen, in denen teilweise ungefiltert der Hass auf Juden und Christen gepredigt wird. Das muss zur Not bis zur Inobhutnahme der Kinder oder der Ausweisung einzelner Hassprediger gehen. Staatliche Sanktionen und pädagogisches Durchgreifen sind jedenfalls dringend gefordert.

Und für uns wenige deutsche Juden (es sind mal gerade 200.000, wohlwollend gerechnet) gilt: handeln statt hadern. Hinaus auf die Straße, es gibt nichts zu verbergen – schon gar keine Kippa!

Von Daniel Killy/RND

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