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Politik Obama begnadigt Whistleblowerin Manning
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11:32 18.01.2017
Der scheidende US-Präsident Barack Obama hat die 35-jährige Whistleblowerin Chelsea Manning begnadigt. Quelle: dpa
Washington

Der scheidende US-Präsident Barack Obama hat die 35-jährige Haftstrafe für die Whistleblowerin Chelsea Manning verkürzt. Die ehemalige Wikileaks-Informantin solle das Gefängnis am 17. Mai 2017 verlassen dürfen, teilte das Weiße Haus am Dienstag mit.

Chelsea Manning hatte als Soldat Bradley Manning im Irak gedient und der Enthüllungsplattform Wikileaks Hunderttausende geheime Militärdokumente zugespielt. Die daraufhin verhängte 35-jährige Haftstrafe wegen Spionage und Verrats trat Manning im Mai 2010 an. Manning lebt mittlerweile als Frau. Die 29-Jährige sitzt im US-Militärgefängnis in Fort Leavenworth, in dem ansonsten nur Männer inhaftiert sind.

Manning wollte sich das Leben nehmen

Manning, die eine operative Geschlechtsangleichung will, hat in der Haft bereits zwei Mal versucht, sich das Leben zu nehmen. Einen Hungerstreik gab sie nach Angaben ihres Anwalts im September auf, nachdem ihr für die nähere Zukunft eine Operation zugesagt worden war.

Zur Person: Chelsea Manning

Die Soldatin und IT-Spezialistin Chelsea Manning ist eine der bekanntesten Whistleblowerinnen der Welt. Geboren wurde sie 1987 als Bradley Edward Manning. Manning erklärte im August 2013, als Frau zur Welt gekommen zu sein und dieses Geschlecht auch leben zu wollen. Manning spielt eine zentrale Rolle in der Affäre um die Enthüllungsplattform Wikileaks.

Manning hatte in der US-Armee einen „Top Secret“-Status. 2010 wurde sie unter dem Verdacht festgenommen, Wikileaks rund 800.000 geheime Dokumente der Armee und des Außenministeriums zugespielt zu haben. Darunter waren Aufnahmen aus Bagdad, die den tödlichen Beschuss irakischer Zivilisten und Journalisten aus einem US-Kampfhubschrauber zeigen.

Manning legte ein Teilgeständnis ab. Sie sagte, sie habe immer nur Menschen helfen wollen, aber niemals Menschen verletzen.

Manning hat neben der US-amerikanischen auch die britische Staatsbürgerschaft. Ihr Leben wurde verfilmt und vielfach in Theaterstücken, Büchern und Aufsätzen beleuchtet.

Von RND/dpa

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