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06:38 28.11.2018
Cem Özdemir im Bundestag. Der Grüne begrüßt, dass auch wieder unabhängige Vertreter an der Islamkonferenz teilnehmen. Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa
Berlin

Der grüne Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir hat angesichts der am Mittwoch beginnenden Deutschen Islamkonferenz den ausländischen Einfluss auf einzelne Islamverbände kritisiert und einen deutschen Islam gefordert. „Das Grundanliegen der deutschen Islamkonferenz ist nach wie vor richtig und wichtig“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Es ist gut, dass bei dieser Islamkonferenz nun wieder Vertreter dabei sind, die von den konservativen islamischen Verbänden unabhängig sind und für einen liberalen und säkularen Islam stehen.“

Özdemir fügte in Anspielung auf den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und das saudische Königshaus jedoch hinzu: „Die Verbände sind leider viel zu oft Handlanger für ausländische Regierungen statt die inländischen Vertreter von Muslimen in Deutschland.“

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Das Grundgesetz schütze „die freie Religionsausübung, nicht aber den Nationalismus eines ausländischen Präsidenten, den Fundamentalismus eines Königshauses oder Frauenfeindlichkeit reaktionärer Funktionäre“. Der Grünen-Politiker betonte: „Ich wünsche mir einen deutschen Islam, der unserer Gesellschaft zugewandt ist und sich aktiv in Debatten beispielsweise zur Schöpfungsbewahrung oder zur Medizinethik einbringt.“ Ähnlich hatte sich zuvor Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) geäußert.

Die Deutsche Islamkonferenz war 2006 vom damaligen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) ins Leben gerufen worden. Ebenso wie jetzt Seehofer berief er damals neben Verbandsvertretern unabhängige Muslime in das Gremium. Nach einer Erhebung von 2008 sind lediglich rund 25 Prozent der deutschen Muslime in den als konservativ geltenden Muslimverbänden organisiert. Der deutsch-türkische Islamverband Ditib steht unter direkter Kontrolle der türkischen Religionsbehörde Diyanet.

Von Markus Decker/RND

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