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Politik Plante Terrorist Amri einen Einbruch in Brandenburg?
Nachrichten Politik Plante Terrorist Amri einen Einbruch in Brandenburg?
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21:02 05.01.2017
Am 19. Dezember 2016 raste Anis Amri mit einem Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz und tötete dabei zwölf Menschen.  Quelle: dpa
Potsdam

 Im Fall des Weihnachtsmarkt-Attentäters von Berlin gibt es auch einen Bezug nach Brandenburg. Der Name Anis Amri taucht in Ermittlungen Mitte Februar 2016 im Zusammenhang mit einem geplanten Einbruch in Falkensee (Havelland) auf. Damals bat nach Informationen der MAZ das Berliner Landeskriminalamts (LKA) das Brandenburger LKA, einem Hinweis auf eine solche Vermögensstraftat nachzugehen. Der Einbruch solle einem Geschäftsmann gelten.

Daraufhin suchten die Brandenburger das potenzielle Opfer auf und warnten es. Der Mann äußerte nach MAZ-Informationen, er ahne, um wen es gehe: um seinen Ex-Schwager. In diesem Zusammenhang tauchte dann der Name des Mannes auf, der am 19. Dezember 2016 mit einem Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Breitscheidplatz raste und zwölf Menschen tötete: Anis Amri. Am 23. Dezember wurde er von italienischen Polizisten in Mailand erschossen. Unklar ist, welche Rolle Amri im Falkensee-Zusammenhang genau spielte.

Amri soll von Überfällen gesprochen haben

Die Süddeutsche Zeitung berichtet, der Tunesier habe zuvor von Überfällen gesprochen, um sich Geld für Waffen zu beschaffen. Der Falkenseer sei von Amri als Opfer auserkoren worden.

Wie aus gut informierten Kreisen verlautet, haben die beiden anderen betroffenen Männern ebenfalls einen Migrationshintergrund. Umgesetzt wurde die Tat nicht, denn der Ex-Schwager musste wegen anderer Delikte ins Gefängnis. Die Episode spielte sich ab, bevor Amri von den Behörden in Nordrhein-Westfalen als erstmals Gefährder eingestuft wurde.

Im Berliner Nachbarbezirk von Falkensee, Spandau, hatte es in der Nacht zu Mittwoch eine Polizeirazzia in einem Asylbewerberheim gegeben. Dort wohnt ein 26 Jahre alter Tunesier, mit dem Amri am Vorabend der Tat gegessen und ausführlich gesprochen hatte.

Anis Amri war nach dem Anschlag 77 Stunden auf der Flucht Quelle: dpa

Von RND/Ulrich Wangemann

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