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Politik "Der Wutbürger sitzt mitten in der SPD"
Nachrichten Politik "Der Wutbürger sitzt mitten in der SPD"
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07:00 09.02.2018
Von Ulf B. Christen
Beobachtet den politischen Betrieb sehr genau: Wilhelm Knelangen, Professor an der Christian-Albrecht Universität in Kiel. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Herr Professor, in der SPD tobt ein Grabenkampf um die GroKo. Wie wird der Mitgliederentscheid ausgehen?

Wilhelm Knelangen: Ich vermute, dass die GroKo durchgehen wird. Die Mitglieder der SPD sind insgesamt etw as pragmatischer als die Funktionäre. Das gilt insbesondere für die schleswig-holsteinische SPD. Sicher bin ich mir aber nicht. Es könnte am Ende knapp werden. In der SPD gibt es viel Skepsis und sehr heftige Kritik an der Parteiführung.

Ja, etwa bei Facebook.

Der vielzitierte Wutbürger scheint inzwischen mitten in der SPD zu sitzen. Die Partei ist von Misstrauen durchzogen bis hin zur Verachtung des Spitzenpersonals. Das gilt insbesondere für Martin Schulz. Ich glaube, sein Wechsel ins Bundeskabinett wird von sehr vielen SPD-Mitgliedern kritisch gesehen ...

und könnte den Ausgang des Mitgliederentscheids beeinflussen?

Die Entscheidung von Herrn Schulz hat das GroKo-Problem für die SPD sicherlich nicht kleiner gemacht. Ihm wird in der SPD vorgeworfen, entgegen seiner Ankündigung in ein Merkel-Kabinett einsteigen zu wollen. Es wirkt so, als ob mit Außenminister Sigmar Gabriel ein inzwischen populärer Politiker hinausgedrängt wird, um Platz für Herrn Schulz zu machen. Das kommt in der SPD, die Solidarität auf ihre Fahnen geschrieben hat, nicht gut an.

Wieso rechnen sie dennoch mit einer Mehrheit für die GroKo?

Diejenigen, die eine GroKo wollen, finden im Koalitionsvertrag gute Argumente. Die SPD konnte nicht nur bei der Verteilung der Kabinettsposten sondern auch inhaltlich punkten. Diejenigen, die gegen eine GroKo sind, schwimmen eher auf einer Stimmungswelle. Sie haben Sehnsucht nach etwas Besserem und träumen offenbar davon, dass man in Deutschland eine klare linke Mehrheit hinbekommt. Die ist aber überhaupt nicht in Sicht.

Das ausführliche Interview lesen Sie in der Freitagsausgabe der Kieler Nachrichten.

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