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Politik Polizei will „Lifeline“ beschlagnahmen
Nachrichten Politik Polizei will „Lifeline“ beschlagnahmen
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20:09 01.07.2018
Laut maltesischer Polizei handelt es sich bei der „Lifeline“ um ein „Tatwerkzeug“. Quelle: dpa
Valetta

Einen Tag vor dem Gerichtstermin des Rettungsschiff-Kapitäns Claus-Peter Reisch in Malta hat die dortige Polizei die Beschlagnahmung des deutschen Rettungsschiffs „Lifeline“ beantragt. Das berichtete das MDR-Magazin „exakt“ am Sonntag unter Berufung auf die Gerichtsvorladung des deutschen Kapitäns.

Darin werde das Schiff als Tatwerkzeug („corpus delicti“) bezeichnet. Das Schiff der deutschen Hilfsorganisation Mission Lifeline mit Sitz in Dresden liegt seit der Ankunft in Malta am vergangenen Mittwoch in einem abgesperrten Teil des Hafens fest und darf nicht mehr auslaufen.

Mission Lifeline bestreitet Vorwürfe

Die „Lifeline“ unternimmt seit 2017 Rettungsaktionen auf dem Mittelmeer. Zuletzt hatte das Schiff rund 230 gerettete Flüchtlinge an Bord und kreuzte tagelang auf hoher See, weil kein Staat ihr einen Hafen zuweisen wollte.

Dem deutschen Kapitän wird vorgeworfen, mit einem nicht ordnungsgemäß registrierten Schiff und unerlaubt in maltesischem Hoheitsgebiet unterwegs gewesen zu sein. Die „Lifeline“ fährt unter niederländischer Flagge. Das Schiff ist im Register des niederländischen Wassersportverbandes eingetragen.

Mission Lifeline bestreitet ein Fehlverhalten. Auf Twitter teilte die Seenotrettung ein entsprechendes Dokument. Die vom niederländischen Wirtschaftsministerium ausgestellte Funklizenz beweise die ordnungsgemäße Registrierung, sagte der Sprecher von Mission Lifeline, Axel Steier. Er gehe davon aus, dass der angeklagte Kapitän die Vorwürfe vor Gericht entkräften könne.

Von RND/dpa

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