Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Politik Rekorddosis Cäsium in Fisch vor Fukushima gemessen
Nachrichten Politik Rekorddosis Cäsium in Fisch vor Fukushima gemessen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:30 22.08.2012
Im März 2011 bebte die Erde und ein Tsunami überflutete das Akw Fukushima. Seitdem ist die Umwelt verseucht. Jetzt wird bei Fisch eine hohe Cäsiumbelastung festgestellt. Quelle: Kimimasa Mayama

Bei zwei Grünlingen wurden 25 800 Becquerel Cäsium pro Kilogramm gemessen. Das gab der Akw-Betreiber TepCo laut japanischen Zeitungen bekannt.

Der Messwert entspricht dem 258-Fachen dessen, was der Staat als unbedenklich zum Verzehr einstuft. Die Fische wurden Anfang August in einer Entfernung bis 20 Kilometer von der Atomruine in 15 Metern Tiefe gefangen. Das Fischen vor der Küste der Provinz Fukushima unterliegt freiwilligen Beschränkungen, damit kein kontaminierter Fisch auf den Markt gelangt.

Am 11. März 2011 hatten ein schweres Erdbeben und ein Jahrhundert-Tsunami das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi verwüstet. Als Folge kam es zu Kernschmelzen; große Mengen Radioaktivität gelangten in die Umwelt und ins Meer. Zwar hat die Regierung die Lage in der Atomruine für stabil erklärt, dennoch bereiten Strahlenbefunde wie die in den Grünlingen vielen Menschen weiter Sorgen.

In der im Nordosten Japans gelegenen Provinz, eine der Kornkammern des Inselreiches, steht die Reisernte bevor. Um die Sicherheit zu garantieren, wollen die Behörden laut Medien jeden einzelnen Sack Reis vor der Auslieferung auf Strahlen testen.

Im vergangenen Jahr waren in einzelnen Reisproben Cäsiumwerte gemessen worden, die über der vom Staat festgelegten Grenzmarke von 500 Becquerel pro Kilogramm lagen. Ab Oktober wird der Grenzwert landesweit auf 100 Becquerel gesenkt. Die örtlichen Behörden in Fukushima wollen diesen Wert jedoch bereits früher zugrunde legen und jeden Sack Reis aussortieren, der über dieser Marke liegt.

Derweil arbeitet die Regierung an einer neuen Energiepolitik und holt hierzu die Meinung von Bürgern ein. Als Option für den künftigen Anteil von Atomstrom an der Energieversorgung des Landes stehen drei Zielmarken für das Jahr 2030 zur Auswahl: ein kompletter Ausstieg, 15 Prozent sowie 20 bis 25 Prozent - verglichen mit 26 Prozent im Jahr 2010. In einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage nach einer Diskussionsveranstaltung zum Thema sprach sich fast die Hälfte der 290 befragten Bürger für einen Atomausstieg bis 2030 aus.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Verteilung der Mehrkosten durch den schleppenden Ausbau der Windenergie in Nord- und Ostsee hat zu einem Streit in der Bundesregierung geführt.Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) blockiert den Entwurf von Umweltminister Peter Altmaier (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), wonach hohe Schadenersatzkosten für Verzögerungen bei der Netzanbindung von See-Windparks auf den Strompreis der Bürger abgewälzt werden können.

22.08.2012

In einer Regierungserklärung wird Schleswig-Holsteins Energieminister, der Grünen-Politiker Robert Habeck, am Mittwoch im Landtag seine Vorstellungen zur Umsetzung der Energiewende im Norden darlegen.

22.08.2012

Der Chef der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, wird heute in Griechenland erwartet. In Athen will er den griechischen Ministerpräsidenten Antonis Samaras und dessen Finanzminister Ioannis Stournaras treffen.

22.08.2012
Anzeige