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10:00 28.12.2017
Von Frank Behling
Das Schiff «HMS St Albans» der britischen Marine begleitet am 26. Dezember in der Nordsee das russische Kriegsschiff «Admiral Gorshkow». Quelle: -

In Großbritannien sorgten die russischen Flottenbewegungen bereits Heiligabend für Alarmstimmung. Fast zeitgleich wurden russische Kriegsschiffe in der Straße von Dover sowie vor der Nordküste Schottlands im Moray Fjord gesichtet, darunter auch die im November in Dienst gestellte Fregatte „Admiral Gorshkov“. Die Royal Navy schickte mehrere Schiffe und Flugzeuge zur Überwachung.

Die dänische Marine musste über Weihnachten ebenfalls Überstunden machen. Am Dienstagabend passierte die „Admiral Gorshkov“ den Fehmarnbelt. Gestern folgte ein weiterer Verband mit einem Eisbrecher und einem Schlepper.

Wechselspiel von Reaktion und Gegenreaktion

Das Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel (ISPK) sieht in der starken russischen Präsenz einen Zusammenhang mit der politischen Großwetterlage. „Ein Grund dürfte die Absicht der Nato sein, zwei neue Kommandos aufzustellen, davon eines für die atlantischen Seewege“, erklärt Sebastian Bruns, Leiter der Abteilung Maritime Strategie und Sicherheit beim ISPK. Die Nato habe deutlich gemacht, dass russische maritime Aktivitäten sehr wohl wahrgenommen werden. „Es ist das Wechselspiel von Reaktion und Gegenreaktion.“

In Nato-Kreisen wächst dennoch die Sorge, weil russische U-Boote und Forschungsschiffe auch in der Nähe der Seekabel im Atlantik beobachtet werden. US-Konteradmiral Andrew Lennon bestätigte entsprechende Bewegungen. Russland hatte erst im Sommer angekündigt, die Zahl der Seetage der 66 russischen Boote wieder auf 3000 pro Jahr zu steigern. Zuletzt lag dieser Wert in Zeiten des kalten Krieges auf einem solchen Niveau.

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