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12:51 19.10.2018
Von Frank Behling
Die neue russische Tarnkappenfregatte "Admiral Gorshkov" am 13. Juli im Fehmarnbelt. Quelle: Frank Behling
St. Petersburg

 Die „Admiral Gorshkov“ soll am 28. Juli nach zwölf Jahren Bauzeit in St. Petersburg als erste Einheit einer neuen Klasse von Kampfschiffe in Dienst gestellt werden. Diesen Termin nannte jetzt Alexej Rakhmanov, Präsident der United Shipbuilding Corporation, in dieser Woche der russischen Nachrichtenagentur TASS.

Die „Admiral Gorshkov“ ist das erste Schiff einer neuen Klasse von Lenkwaffenträgern für weltweite Einsätze. Die Schiffe sollen nach Angaben aus Russland auch über Stealth-Eigenschaften verfügen. Der Neubau ist deshalb im Vorschiff mit 48 Startzellen für Marschflugkörper gegen Landziele sowie mit Lenkwaffen zur Flugzeug- und Schiffsbekämpfung ausgerüstet. Außerdem sind Torpedos und U-Jagdraketen sowie ein Hubschrauber an Bord.

Das 132 Meter lange und 18 Meter breite Kampfschiff wurde 2006 bei der Severnya Werft in St. Petersburg auf Kiel gelegt. Der Stapellauf erfolgte im Oktober 2010. Der Bau des Schiffes geriet jedoch mehrmals in Verzug. Gründe waren technische und finanzielle Gründe. Die Schiffsklasse wurde mit Gasturbinen aus der Ukraine geplant.

Wechsel verzögert den Bau

Durch die Besetzung der Krim und die folgende Konfrontation in der Ostukraine wurde die Lieferung der Gasturbinen des Firma Zorya Mashprojekt aus dem ukrainischen Nikolaev 2014 eingestellt. Deshalb hat die russische Werft nur Turbinen für zwei der zeitweise geplanten 20 Fregatten erhalten. Die Werft bemüht sich inzwischen um Gasturbinen aus russischer Flugzeug-Entwicklung. Dieser Wechsel verzögerte den Bau jedoch.

Die „Admiral Gorshkov“ hat ihre Erprobung im Nordatlantik im Winter und Frühjahr 2018 jedoch erfolgreich beendet und ist am 13. Juli durch den Fehmarnbelt zurück in die Ostsee gefahren. Die Indienststellung am 28. Juli geschieht am Vorabend der großen Militärparade zu Ehren der russischen Flotte in St. Petersburg.

Mehr als 40 Schiffe der russischen Marine sowie Tausende Soldaten und Kampfflugzeuge sollen an der Parade teilnehmen. In der vergangenen Woche hatte Russland auch ein großes Atom-U-Boot durch den Fehmarnbelt in die Ostsee überführt.

Kurs aufs Nordmeer

Nach der Indienststellung wird die „Admiral Gorshkov“ wieder Kurs aufs Nordmeer nehmen, wo sie bei der Nordflotte in Murmansk stationiert werden soll.

Die 4500 Tonnen verdrängende Fregatte ist mit einer Reichweite 4000 Seemeilen (7400 Kilometer) für weltweite Einsätze vorgesehen. Die ersten Testfahrten im Atlantik sorgten im Dezember für Aufsehen, als die Fregatte vor Schottland auftauchte und die britische Marine eine Fregatte als Eskorte abstellte.

Das Schiff wurde nach Admiral Sergey Gorshkov benannt, der in den sechziger und siebziger Jahren die Sowjetflotte von einer Küstenmarine zu einer weltweit agierenden Hochseeflotte entwickelte.

Bei der Severnaya Werft in St. Petersburg erfolgt inzwischen die Ausrüstung des zweiten Schiffes der Klasse. Die „Admiral Kasatonov“ kam am im Dezember 2014 zu Wasser und soll noch in diesem Sommer mit der Erprobung beginnen. Auch dieses Schiff soll 2019 zur Nordflotte verlegt werden. Bis 2025 sollen nach Mitteilung des russischen Verteidigungsministeriums noch vier weitere Schiffe folgen.

Zahlreiche Schiffe der russischen Marine haben seit Anfang Juli den Fehmarnbelt auf dem Weg in die Ostsee passiert. Darunter auch die neue Fregatte "Admiral Gorshkov".
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