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Politik Kronprinz wollte Khashoggi „zum Schweigen bringen“
Nachrichten Politik Kronprinz wollte Khashoggi „zum Schweigen bringen“
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12:28 22.11.2018
Der Verdacht gegen den saudischen Kronprinzen im Fall Khashoggi verhärtet sich. Quelle: dpa
London

Neue Tonaufnahmen im Fall des getöteten saudischen Journalisten Jamal Khashoggi sollen den Mordbefehl durch den saudischen Kronprinzen Mohammed Bin Salman belegen. Wie die türkische Zeitung „Hürriyet Daily News“ berichtet, soll der US-Geheimdienst CIA im Besitz von entsprechenden Mitschnitten eines Telefonates zwischen dem Kronprinzen und seinem Bruder Khaled Bin Salman sein.

Konkret hat der Kronprinz demnach im Gespräch mit seinem Bruder gesagt, dass Khashoggi „so schnell wie möglich zum Schweigen“ gebracht werden solle. Laut der türkischen Zeitung deutete CIA-Direktorin Gina Haspel während ihres jüngsten Besuchs in Ankara auf die Existenz des belastenden Bandes gegenüber dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hin. Laut Erdogan ist auch die Türkei im Besitz von belastenden Tonaufnahmen, die bereits den Geheimdiensten in Großbritannien und den USA vorliegen. 

Tonbänder dokumentieren Khashoggis letzte Minuten

Einige Zitate aus den Aufnahmen der Türkei sind außerdem bereits veröffentlicht wurden. Auf den Bändern sei unter anderem zu hören, wie Khashoggi ruft: „Lass meinen Arm los, was denken Sie, was Sie da tun“, heißt es in einem Bericht der türkischen Zeitung „Habertürk“. Insgesamt sollen die Tonaufnahmen demzufolge die letzten sieben Minuten des Journalisten vor seinem Tod dokumentieren.

Die „Washington Post“ hatte unter Berufung auf mehrere Quellen zuletzt berichtet, die CIA sehe Mohammed bin Salman als Drahtzieher hinter dem gewaltsamen Tod Khashoggis. Das Außenministerium in Washington stellte aber klar, es sei noch keine abschließende Bewertung getroffen worden. Saudi-Arabien jedoch warnt angesichts der laufenden Ermittlungen des Westens vor dem überschreiten einer „Roten Linie“. Riad hatte Berichte zur Verstrickung Mohammed bin Salmans bereits am Montag erneut vehement zurückgewiesen: „Wir im Königreich wissen, dass solche Behauptungen gegen den Kronprinzen völlig falsch sind.“

Jamal Khashoggi ging am 2. Oktober wegen einer Formalität in das saudische Konsulat in Istanbul und kam, wie Riad zugab, nicht mehr lebend heraus. Die genauen Todesumstände Khashoggis sind bislang nicht vollständig geklärt. Während man in Riad von einem Unglücksfall spricht, ermittelt der Westen auch gegen den saudischen Kronprinzen.

Von RND/lf

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