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Politik Schulz: Das Stehaufmännchen aus Würselen
Nachrichten Politik Schulz: Das Stehaufmännchen aus Würselen
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17:23 24.01.2017
Der Weg führt nach oben: Martin Schulz. Quelle: dpa
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Berlin

In Europa ist Martin Schulz bekannt wie ein bunter Hund – spätestens seit 2003, als der damalige italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi ihn mit einem Nazi-Vergleich beleidigte. Als wortgewaltiger „Mister Europa“ scheut Schulz keinen Streit, um für das Friedensprojekt EU zu trommeln.

Martin Schulz spricht sechs Sprachen – aber bei sich zu Hause in Würselen bei Aachen redet er mit den Leuten „Wöschelter Platt“. In seiner Heimat genießt er viele Sympathien, auch bundesweit bescheinigen ihm Umfragen hohe Beliebtheitswerte. Schon einmal hat er gezeigt, dass er Spitzenkandidat kann. 2014 führt er Europas Sozialdemokraten in die Europawahl. Mit Schulz verbessert die SPD ihr deutsches Ergebnis von 20,8 Prozent (2009) auf 27,3 Prozent.

2015 bekommt der heute 61-Jährige für seinen Beitrag zur Stärkung der europäischen Demokratie den Aachener Karlspreis verliehen. Damals halten Frankreichs Staatspräsident François Hollande und Bundespräsident Joachim Gauck die Festreden. Seit mehr als zwei Jahrzehnten sitzt er im Europaparlament, wo er erst zum Vorsitzenden der Sozialdemokraten und schließlich zum Parlamentspräsident aufsteigt. 2014 wird er wiedergewählt.

Schulz will zurück in den Bundestag

Mitte Januar nun war Schluss. Schulz hätte gerne weitergemacht. Die Konservativen wollten ihn aber nicht. Ende November 2016 schon hatte Schulz angekündigt, in NRW für die SPD auf Listenplatz 1 für ein Mandat im Bundestag zu kandidieren.

In die SPD tritt der Sohn eines Polizisten und einer CDU-Kommunalpolitikerin 1974 ein. Mit 31 Jahren wird er in seiner Heimatstadt Würselen bei Aachen zum damals jüngsten Bürgermeister Nordrhein-Westfalens gewählt. Seit 1999 ist Schulz Mitglied der Parteiführung. Schon einmal hat er gezeigt, dass er Spitzenkandidat kann. 2014 führt er Europas Sozialdemokraten in die Europawahl. Mit Schulz verbessert die SPD ihr deutsches Ergebnis von 20,8 Prozent (2009) auf 27,3 Prozent.

Als junger Mann träumt der talentierte Kicker von einer Karriere als Fußball-Profi. Dann kommt der Absturz. Schulz trinkt zu viel: „Ich war ein Sausack.“ Er besiegt die Alkoholsucht und wird Buchhändler. Schulz ist mit einer Landschaftsarchitektin verheirat und hat zwei erwachsene Kinder.

Von RND/dpa

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