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Streit um Iran-Strategie: Obama vermeidet Treffen mit Netanjahu

Konflikte Streit um Iran-Strategie: Obama vermeidet Treffen mit Netanjahu

Der Streit um die richtige Strategie im Atomkonflikt mit dem Iran belastet zunehmend das traditionell enge Verhältnis zwischen Israel und Amerika.US-Präsident Barack Obama lehnte es nach Angaben aus Israel vom Mittwoch ab, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu während dessen Reise zur UN-Vollversammlung Ende des Monats in New York oder in Washington zu empfangen.

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US-Präsident Obama im "Oval Office" des Weißen Hauses.

Quelle: Olivier Douliery/Archiv

Jerusalem/Washington. n. Auch ein Ultimatum an den Iran werde es nicht geben, hatte zuvor schon US-Außenministerin Hillary Clinton klar gestellt.

Wahlkämpfer Obama sei verhindert, sei aus Washington mitgeteilt worden - so machte ein hochrangiger Regierungsvertreter in Jerusalem die Absage öffentlich. Das Weiße Haus versuchte abzuwiegeln: "Es hat nie eine Bitte um ein Treffen von Regierungschef Netanjahu mit Präsident Obama in Washington gegeben, und ein solches Treffen ist auch niemals abgelehnt worden", sagte Sprecher Tommy Vietor. Ein offener Widerspruch zu den Angaben aus israelischen Regierungskreisen. Die Mitteilung aus Washington, Obama habe nachts eine Stunde mit Netanjahu über die Iran-Krise telefoniert, wurde dann aber auch in Jerusalem bestätigt.

Nach Einschätzung der Zeitung "Haaretz" stellt die Absage Obamas einen neuen Tiefpunkt in den Beziehungen zwischen beiden Politikern dar. Es wäre auch das erste Mal, dass Netanjahu bei einer Reise in die USA nicht den Präsidenten trifft, soweit der nicht selbst auf Reisen war. "Netanjahu und Obama brauchen eine Eheberatung", titelte das US-Magazin "The Atlantic". Die Zeitung "Jediot Achronot" spekulierte, Wahlkämpfer Obama habe nicht das Risiko eingehen wollen, bei einem Treffen von Netanjahu öffentlich unter Druck gesetzt zu werden, dem Iran ein Ultimatum zu stellen.

Kurz vor der Absage aus Washington hatte Netanjahu die USA in ungewöhnlich scharfer Form angegriffen. Wer dem Iran keine roten Linien aufzeigen wollen, habe nicht das "moralische Recht", Israel "ein rotes Licht" beim Vorgehen gegen den Iran zu zeigen. Damit reagierte er offenbar auf Clinton, die ein von Netanjahu gefordertes Ultimatum Amerikas an den Iran abgelehnt hatte.

Clinton hatte stattdessen "Verhandlungen als den bei weitem besten Ansatz" gepriesen. Netanjahu macht jedoch seit langem keinen Hehl daraus, dass er keine großen Hoffnungen in den Erfolg von Sanktionen und diplomatischen Bemühungen setzt. Sie hätten bisher keinen Eindruck auf die Führung in Teheran gemacht, die es bei ihrem Streben nach Atomwaffenfähigkeit nur noch eiliger habe. Der Iran bestreitet weiter, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten.

dpa

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