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Politik Surfer, Model, Provokateur: Das ist Steffen Königer
Nachrichten Politik Surfer, Model, Provokateur: Das ist Steffen Königer
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11:59 29.11.2018
Steffen Königer, Mitglied des Bundesvorstandes der AfD, ist überraschend aus der Partei ausgetreten. Quelle: Sina Schuldt/dpa
Potsdam

Windsurfer, Drogenverfechter, Ex-Model und knallharter Provokateur: Das ist Steffen Königer (46), der AfD-Abgeordnete des Brandenburger Landtags, der seine Partei verlässt, weil sie ihm zu rechts geworden ist? Er ist durchaus eine schillernde Figur in dem Reigen erzkonservativer bis nationalistischer Abgeordneter der Brandenburger Landtagsfraktion, die von Andreas Kalbitz geführt wird. Gegen Kalbitz hatte sich Königer 2015 einen Kampf um den stellvertretenden Parteivorsitz geliefert. Königer verlor klar. Später übernahm Kalbitz dann den Landesvorsitz von Alexander Gauland, der in den Bundestag einzog. Der Landesverband rückte weiter nach rechts.

Seit 2014 sitzt Königer im Landtag, ist dort unter anderem für Bildungsthemen zuständig. Im Wettstreit mit Kalbitz, der zum völkischen Höcke-Flügel der Partei zählt, inszenierte sich Königer gerne als liberalen Gegenpol. Doch ein Linker ist Königer garantiert nicht, auch wenn er für die Freigabe von Cannabis ist und statt Wehrdienst Zivildienst in einer Potsdamer Kita gemacht hat.

Er war einst Redakteur bei der neu-rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“. Im Internet kursieren Fotos von ihm, die ihn bei einer Demonstration gegen das Holocaust-Mahnmal zeigen sollen. Im Landtag beklagte er bei einer Gedenkstunde zur Reichspogromnacht die Ausgrenzung der AfD und zog indirekt Vergleiche zur Ausgrenzung der Juden zur Zeit des Nationalsozialismus. „Woran erinnert uns das?“, fragte er vielsagend.

Königer ist auch der Mann, der das umstrittene Meldeportal gegen Lehrer verantwortet, die angeblich gegen die AfD im Unterricht hetzen.

Königer: Abschaffung von Kita-Gebühren ist „Volksverarsche“

Im Landtag geht er auf Frontalopposition sowohl gegen die Landesregierung als auch gegen CDU, Grüne und Freie Wähler. Als der Landtag mit überwältigender Mehrheit im Sommer für die Abschaffung der Kita-Gebühren im letzten Vorschuljahr aussprach – ein völlig unstrtittiges Vorhaben – war es die AfD, die sich enthielt und Königer, der von „Volksverarsche“ sprach, ohne dies genauer zu begründen.

Im Landtag brachte er einmal Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) aus der Fassung, der auf einen Redebeitrag Königers sagte. „Ich frage mich manchmal, was Sie so nehmen.“ Königer hatte Bevölkerungsprognosen des Landes in Zweifel gezogen, Schröter ihm daraufhin Verschwörungstheorien vorgeworfen. Schröter erhielt für seine Unterstellung, Königer konsumiere gelegentlich Drogen, eine Rüge. Königer nahm es sportlich: Er bevorzuge Kirschbier, gab er zu Protokoll.

1995 trat Königer bei der Wahl zum Mister Brandenburg an. Er wurde zum schönsten Mann Brandenburgs gewählt. Ansonsten gibt sich der durchtrainierte Mann mit den langen Haaren sportlich. Er ist leidenschaftlicher Surfer, holte sogar einmal den Landestitel im Windsurfen. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder.

2014 trat er als Kandidat für die Bürgermeisterwahl in seinem Heimatort Werder/Havel an. Er hatte aber keine Chance.

Von Torsten Gellner/RND

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