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Politik Syriens Rebellen greifen Militärflughäfen an
Nachrichten Politik Syriens Rebellen greifen Militärflughäfen an
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19:40 01.09.2012
Rauchwolke über Aleppo: Syrische Rebellen greifen nun vermehrt die Militärflughäfen des Assad-Regimes an. Quelle: Shaam News Network (SNN)

Der neue internationale Syrien-Vermittler Lakhdar Brahimi forderte die Führung in Damaskus auf, den Wunsch der Bevölkerung nach Wandel zu erfüllen. Für ein Ende der Gewalt trage die Regierung die größere Verantwortung, sagte der algerische Krisendiplomat in einem Interview des Nachrichtensenders Al-Arabija.

Bei der Erstürmung eines Luftwaffenstützpunkts in der östlichen Provinz Deir as-Saur erbeuteten die Rebellen nach eigenen Angaben eine nicht näher genannte Zahl von Luftabwehrraketen des Typs "Cobra". Dazu tauchten im Internet auch Aktivisten-Videos auf. Die Aufständischen hätten den Kommandeur der Basis getötet und rund 50 Regierungssoldaten gefangen genommen, hieß es. Nach Zählung der Syrischen Menschenrechtsbeobachter in London kamen am Samstag durch die Gewalt in ganz Syrien mindestens 110 Menschen ums Leben.

Syrische Staatsmedien berichteten am selben Tag von einer Gegenoffensive gegen die in der Nähe von Militärflughäfen aktiven Rebellen. Dabei seien diesen "schwere Verluste" zugefügt worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Sana. In Damaskus wurde nach diesen Angaben ein hochrangiger Militärarzt bei einem Bombenanschlag getötet. Der Nachrichtensender Al-Dschasira berichete von Gefechten im Damaszener Stadtteil Tadamun. Von unabhängiger Seite ließen sich auch diese Informationen nicht überprüfen.

Am Freitag hatte ein Kommandeur der Aufständischen in Aleppo angekündigt, dass sich die bewaffneten Assad-Gegner künftig auf die militärische Infrastruktur der syrischen Luftwaffe konzentrieren wollten. In den vergangenen Wochen hat das Regime zunehmend mit Helikoptern und Kampfjets Stellungen der Rebellen, aber auch ganze Wohnviertel in Großstädten wie Aleppo bombardiert.

Dies hatte zu einem Anschwellen des Flüchtlingsstroms vor allem in die benachbarte Türkei geführt, wo inzwischen mehr als 80 000 syrische Kriegsvertriebene eingetroffen sind. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan verlangte deshalb erneut die Einrichtung einer für Flüchtlinge sicheren Pufferzone auf syrischem Boden. Das Vorhaben stößt allerdings bei westlichen Regierungen auf Vorbehalte.

Derweil trat der Karrierediplomat Brahimi am Samstag die Nachfolge Kofi Annans als Syrien-Vermittler der UN und der Arabischen Liga an. Annan war mit seinem Plan eines Waffenstillstands und eines späteren Dialogs zwischen den verfeindeten Seiten gescheitert. Unklar ist, ob Brahimi mehr Erfolg hat. Dem Vernehmen nach will er in den nächsten Wochen nach Syrien reisen und Gespräche am Sitz der Arabischen Liga in Kairo führen.

In dem Interview mit Al-Arabija erklärte Brahimi, dass die Entsendung arabischer Truppen derzeit nicht erwogen werde. "Ein militärisches Eingreifen in Syrien bedeutet das Scheitern der diplomatischen Bemühungen", fügte er hinzu.

dpa

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