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Politik Trump-Sprecher Spicer macht auf gut Wetter
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22:55 23.01.2017
Ein beinahe normales Pressebriefing: Sean Spicer im Weißen Haus. Quelle: dpa
Washington

Es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen dem Umgang zwischen Regierung und Medien in den USA und Deutschland. Die amerikanischen Journalisten sehen sich als Vertreter des Volkes, die namens dieses Volkes Regierung kontrollieren. Deshalb begreifen sie das Weiße Haus auch als eine Art Volksheim. Und deshalb haben die großen Zeitungen, Agenturen und TV-Sender auch ihren eigenen Schreibtisch im Weißen Haus. Ein Redaktionssitz im Kanzleramt? Schwer vorstellbar. Genauso schwer vorstellbar war für die Amerikaner bisher ein Präsident, der damit drohen könnte, die Medien aus „seinem“ Haus zu vertreiben. Genau das hatte Trump aber vor Amtseinführung getan, und war damit schon in den größtmöglichen Fettnapf getreten.

Verschwörungstheorien und Schwindeleien seitens der neuen Regierung und des Präsidenten, etwa bei der CIA, hatten die Atmosphäre am vergangenen Wochenende vollends vergiftet – da war das versammelte Pressecorps auf den ersten regulären Auftritt von Sean Spicer gespannt. Und der ruderte auch gleich zurück. „Es ist unsere Absicht, Sie nie anzulügen“, sagte Spicer, ergänzte allerdings: „Manchmal werden wir die Fakten unterschiedlich interpretieren.“ Um dann hinzuzufügen: „Ich glaube, wir müssen ehrlich sein zum amerikanischen Volk. Wir tun alle unseren Job so gut wie wir können.“

Spicer blieb allerdings bei seiner Darstellung, Trumps Vereidigung habe die größte Zahl von Zuschauern aller Amtsantritte von US-Präsidenten angezogen. Er erklärte dies damit, dass Millionen von Menschen das Ereignis auf Internetkanälen wie Youtube verfolgt hätten. Diese Möglichkeiten standen bei früheren Präsidenten nicht oder nicht in der derzeitigen Ausbaustufe zur Verfügung.

Ansonsten gab es wenig Konkretes: Man könne sich vorstellen, auch mit Russland gegen den IS vorzugehen, wolle den Anti-Terrorkampf gemeinsam mit Ägypten verstärken.

Des weiteren versicherte Spicer, Trump sei „ein Präsident der zuhört. Sie werden noch viel mehr davon sehen.“

Nach all dem, was im Vorfeld geredet wurde und nach den Entgleisungen zu Beginn von Trumps Präsidentschaft war das ein beinahe normales Pressebriefing.

Von RND/dpa/dk

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