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19:20 29.08.2018
Don McGahn, Rechtsberater von US-Präsident Donald Trump verlässt das Weiße Haus. Quelle: AP
Washington

US-Präsident Donald Trump gerät bei den Russland-Ermittlungen zunehmend unter Druck - nun verlässt sein Rechtsberater Don McGahn das Weiße Haus. McGahn werde im Herbst aus dem Amt ausscheiden, schrieb Trump am Dienstag auf Twitter. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass McGahn intensiv mit dem Team des Sonderermittlers Robert Mueller zusammengearbeitet und bei drei Zeugenterminen mehr als 30 Stunden lang dort ausgesagt hat.

Zentraler Zeuge in Mueller-Ermittlungen

Zeitungsberichten zufolge soll McGahn unter anderem dargestellt haben, wie es zu der Entlassung des früheren FBI-Chefs James Comey gekommen war. Trump hatte daraufhin auf Twitter klargestellt, dass er McGahn „und allen anderen“ erlaubt habe, auszusagen - und dass er nichts zu verbergen habe.

McGahn ist der bislang letzte in einer ganzen Reihe enger Mitarbeiter Trumps, der das Weiße Haus verlässt. McGahn gilt als ein zentraler Zeuge in der Frage, ob der Präsident versucht haben könnte, die Untersuchungen des Sonderermittlers Mueller zu behindern. Mueller untersucht unter anderem, ob es im Präsidentschaftswahlkampf 2016 Absprachen des Trump-Lagers mit Russland gab.

Mindestens drei Befragungen

Die „New York Times“ hatte kürzlich berichtet, in den vergangenen neun Monaten sei McGahn im Zuge der Russland-Ermittlungen mindestens drei Mal befragt worden. McGahn habe dabei Trumps Wut über die Untersuchung geschildert und dessen Äußerungen und Handlungen bei der Entlassung des FBI-Chefs James Comey dargelegt.

Im Mai vergangenen Jahres hatte Trump im Sender NBC gesagt, dass er Comey ohnehin habe entlassen wollen, dass der Zeitpunkt dann aber im Zusammenhang mit „diesem Russland-Ding“ gestanden habe - „einer erfundenen Geschichte“. Später dementierte Trump auf Twitter: „Ich habe James Comey niemals wegen Russland gefeuert!“ Trump betont stets, es habe keine Geheimabsprachen seines Wahlkampfteams mit Russland gegeben.

Russland-Affäre belastete Trumps Beziehung zu McGahn

Die „New York Times“ berichtete nun, das Verhältnis Trumps zu McGahn sei seit langem wegen der Russland-Ermittlungen belastet gewesen. Trump werfe McGahn vor, es sei ihm nicht gelungen, Justizminister Jeff Sessions daran zu hindern, sich wegen Befangenheit aus den Russland-Ermittlungen herauszuhalten. Trump sei damals „explodiert“ und habe McGahn gesagt, er brauche einen Justizminister, der ihn schütze.

Die Zeitung berichtete weiter, Trump habe McGahn im Juni vergangenen Jahres aufgefordert, Mueller zu entlassen. Der Präsident habe von dem Plan erst abgelassen, als McGahn mit Rücktritt gedroht habe.

Trump teilte am Mittwoch mit, McGahn werde das Weiße Haus nach der erhofften Bestätigung des nominierten Verfassungsrichters Brett Kavanaugh durch den US-Senat verlassen. „Ich habe mit Don lange zusammengearbeitet und schätze seine Dienste wirklich.“

Trump gerät dadurch nur noch mehr unter Druck. Mehrere langjährige Vertraute sollen mit den Ermittlern kooperieren. Die Ermittlungen gehen dabei inzwischen über die mögliche Beeinflussung der Wahl durch Russland hinaus. Trump wird auch vorgeworfen, Schweigegeldzahlungen an angebliche Ex-Geliebte geleistet zu haben, und damit womöglich gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung verstoßen zu haben.

Von RND/dpa

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