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Politik Trump früher weg – trotzdem Abschlusserklärung
Nachrichten Politik Trump früher weg – trotzdem Abschlusserklärung
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22:20 09.06.2018
US-Präsident Donald Trump während einer Pressekonferenz beim G7-Gipfel im kanadischen La Malbaie (Quebec). Quelle: AP
La Malbaie

Allerdings konnten bei der Abschlusserklärung, die von den USA mitgetragen wurde, grundlegende Streitpunkte zwischen US-Präsident Donald Trump und den anderen Staats- und Regierungschefs wie zum Beispiel beim Klimaschutz nicht ausgeräumt werden. Man bekannte sich aber immerhin zum Kampf gegen Protektionismus.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump den Gipfel führender Industrienationen in Kanada frühzeitig verlassen. „Wir haben den Gipfel abgeschlossen“, sagte Trump am Sonnabend in La Malbaie. Trump verließ den Gipfel deutlich vor dem offiziellen Ende und gab ein Statement ab. Er sprach vor seiner Abreise vom G7-Gipfel in Kanada von erfolgreichen Treffen mit den anderen Teilnehmern. Darin habe er über die Notwendigkeit „fairen und gegenseitigen“ Handels und Möglichkeiten geredet, der Bedrohung durch den Iran zu begegnen, erklärte er vor Journalisten.

Vergeltung für Strafzölle wäre ein Fehler

Er habe den Staats- und Regierungschefs gesagt, er werde alles tun, um unfaire ausländische Handelspraktiken zu verhindern. Trump beendete seinen Auftritt auf dem Gipfel am Sonnabend mit der Warnung: „Wenn sie Vergeltung üben, machen sie einen Fehler.“ Das Beste wäre, so Trump, wenn es überhaupt keine Zölle mehr gäbe: „Keine Zölle und keine Hemmnisse, so sollte es sein. Und keine Subventionen. (...).“ Das habe er auch so vorgeschlagen. Trump hatte am 1. Juni Strafzölle gegen Stahl- und Aluminiumimporte aus der EU, Kanada und Mexiko verhängt.

Der US-Präsident reist nach Singapur, wo er am 12. Juni Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un treffen will. Sein Treffen mit Un sei für den Diktator die einzige Chance, so Trump. Die frühere Abreise des US-Präsidenten aus Kanada wird allgemein als ein Zeichen der Missachtung der G7 gewertet. Allerdings sagte er: „Wir haben einen unglaublich erfolgreichen G7-Gipfel abgeschlossen.“ Und er wählte das „Familienfoto“ der Regierungschefs in La Malbaie als Profilbild für sein Twitter-Account.

Trump wirbt erneut für Wiederaufnahme Russlands

Zuvor hatte Trump erneut für eine Wiederaufnahme Russlands in die Gruppe führender Industrienationen geworben. Trump sagte, er hielte das für einen echten Gewinn. Es wäre gut für Russland und gut für die USA, spreche man doch über den Weltfrieden, sagte Trump am Sonnabend am Rande des G7-Gipfels im kanadischen La Malbaie. Die Gruppe sei bedeutsamer, wenn Russland dabei sei.

Russland war 2014 wegen der Annexion der Krim aus den G8 ausgeschlossen worden. Trump sagte, es sei die Schuld seines Vorgängers Barack Obama, dass die Krim verloren gegangen sei. Russlands Präsident Wladimir Putin nannte er nicht.

Lesen Sie hier unseren Kommentar zum G7-Gipfel.

Von RND/dpa/AP