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Politik Trump will es auf seine Art: „My Way“ auch auf dem Tanzboden
Nachrichten Politik Trump will es auf seine Art: „My Way“ auch auf dem Tanzboden
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09:00 21.01.2017
Tanzt auch auf seine Art: Donald Trump wählte Frank Sinatras „My Way“ für den Eröffnungstanz mit seiner Melania. Quelle: imago
Washington

Vor acht Jahren sang Beyoncé Etta James' „At Last“ (Endlich), als der erste schwarze US-Präsident Barack Obama am Abend seines Amtsantritts seine Michelle erstmals aufs Parkett führte. Das Lied, das sein frisch gebackener Nachfolger Donald Trump am Freitagabend (Ortszeit) für seinen ersten Tanz mit First Lady Melania wählte, war nicht weniger symbolträchtig, wenn auch nicht aus historischer Sicht – Frank Sinatras „My Way“.

Mein Weg, zielstrebig, unbeirrt, „regrets, I had a few“, ein Mann, der bisher nur wenig Grund zum Bedauern sieht - das scheint trefflich die Reise dieses 45. Präsidenten der USA an die Macht widerzuspiegeln. Und wie er sich selbst sieht.

Aber als Trump beim „Liberty Ball“ in Washingtons Convention Center zu den Klängen von „Hail to the Chief“ auf die Bühne trat, da galten die ersten Blicke nicht ihm, „my way“ hin oder her. Melania kam in einem hell-champagnerfarbenen Kleid von Hervé Pierre, schulterfrei und mit hohem Schlitz, schlicht, aber äußerst elegant.

Melania, ein Bild der Eleganz und Grazie

Schon zuvor hatte die 46-Jährige beste Noten für ihr Outfit erhalten, das sie tagsüber während der Vereidigungsfeierlichkeiten trug. Ein leuchtend hellblaues Kaschmir-Kleid mit Bolero-Jäckchen aus der Schneiderstube von Ralph Lauren, dazu die wohl hochhackigsten Schuhe, mit der jemals eine First Lady durch ihren ersten Tag stöckelte – oder besser schritt: Melania, ein ehemaliges Model, war auch noch am späten Abend auf dem Tanzboden ein Bild der Eleganz und Grazie.

Zwar eher steif, etwas maskenhaft, wie eine Staue: Nichts war ihr von den Strapazen anzusehen, den dieser Tag der Vereidigung unweigerlich mit sich gebracht hat. Morgens in die Kirche, danach Kaffee und Tee bei den scheidenden Obamas, dann die offizielle Amtseinführung, anschließend zum erlesenen Lunch auf dem Kapitol, gefolgt von einer feierlichen Parade bis in den frühen Abend hinein – ein wahrer Feier-Marathon schon vor dem Finale mit den traditionellen Bällen.

Trump wollte, dass die feiern im Rahmen bleiben

Drei waren es diesmal, die Obamas hatten 2009 noch zehn besucht oder besuchen müssen, Bill und Hillary Clinton seinerzeit sogar 14. Aber schon vor vier Jahren war die Zahl dieser Veranstaltungen deutlich gestutzt worden, und Trump, so hieß es, legte besonderen Wert darauf, dass die ihm gewidmeten Vereidigungsfeiern im Rahmen blieben. Es sei schließlich keine Krönung, ließ er über Veranstaltungsplaner Tom Barrack wissen.

So waren zwei der drei Bälle auch für die Öffentlichkeit geöffnet. 50 Dollar kostete ein Ticket – im krassen Gegensatz zu den hunderten Dollar, die bisher für die Teilnahme an Vereidigungsbällen hingeblättert werden mussten. Allerdings konnten sich Trump-Gegner nicht die Bemerkung verkneifen, dass es wie bei den vorausgegangenen Veranstaltungen zur Amtseinführung dieses Präsidenten auch bei den Tanzfestivitäten weitgehend an illustren Stars mangelte, die etwa den Obamas die Ehre erwiesen hatten. Viele sollen gefragt worden sein, aber abgewinkt haben.

Goldenen statt rote Vorhänge im Oval Office

Doch „was für ein unglaublicher Tag ist dies gewesen“, sagte Trump, bevor er auf einem Ball der US-Streitkräfte seine letzen Tanzrunden drehte und sich danach mit Melania zu seiner ersten Nacht im Weißen Haus zurückzog. Schon am späten Nachmittag hatte er zum ersten Mal im Oval Office gesessen, erste Anordnungen unterzeichnet. Da waren die bisherigen roten Vorhänge am Fenster des Büros des mächtigsten Mannes der Welt auf Trumps Wunsch hin bereits gegen goldfarbene ausgetauscht worden, auch neue Sofas in Brokat standen bereits.

Wie es im Privatquartier der Trumps im Weißen Haus aussieht, wurde bisher nicht bekannt. Ohnehin wird Melania zunächst keine Dauerbewohnerin sein. Sie will mit dem gemeinsamen zehnjährigen Sohn Barron in New York bleiben, bis dieser im Frühsommer das laufende Schuljahr abgeschlossen hat.

Aber Trumps Tochter Ivanka aus erster Ehe siedelt mit ihrem Ehemann Jared Kushner nach Washington über. Der Schwiegersohn soll einer der engsten Berater des neuen Präsidenten im Weißen Haus werden, und Ivanka, so heißt es, könnte zumindest vorerst die eigentliche First Lady im Weißen Haus verkörpern. Ihr fließendes goldschillerndes Kleid bei den Vereidigungsbällen am Freitagabend lieferte jedenfalls fast ebenso viel Gesprächsstoff wie das ihrer Stiefmutter.

Von RND/dpa

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