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Politik Was der Magenta-Mann im Trump-Hotel macht
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08:00 07.03.2019
T-Mobile Vorstandschef John Legere. Quelle: Jose Luis Magana/AP
Washington

Mit seinen magentafarbenen T-Shirts und Turnschuhen, den schulterlangen Haaren und einer Kochshow auf Facebook ist John Legere der Paradiesvogel unter Amerikas Managern.

Auf Twitter legte sich der schrille Vorstandschef der Telekom-US-Tochter T-Mobile mit Konkurrenten und auch schon mit dem Präsidenten an. „Ich bin so froh, in einem Hotel aufzuwachen, wo nicht jedes Teil den Schriftzug „Trump“ trägt“, twitterte er vor vier Jahren.

Jetzt doch: Mindestens 52 Nächte im Trump-Hotel

Doch inzwischen hat der 60-Jährige seinen Geschmack geändert: In Washington steigen er und andere Top-Manager neuerdings gerne in einem peinlich-protzigen Hotel an der Pennsylvania Avenue ab.

Mindestens 52 Nächte hat der drittgrößte Mobilfunkanbieter der USA in den vergangenen zehn Monaten in der Luxus-Herberge gebucht und für Zimmer, Saal-Mieten und Catering nach eigenen Angaben stolze 195.000 Dollar ausgegeben. Der Schriftzug über dem Eingang des Hotels verrät den Namen des Eigentümers: Trump.

Lesen Sie auch: Wie T-Mobile Donald Trumps private Geschäfte genau im Blick hat

Das wäre eine Geschmacksfrage, wenn Donald Trump nicht amerikanischer Präsident wäre und die T-Mobile-Mutter Deutsche Telekom nicht mittelbar zu einem Drittel dem Bund gehörte. Vor allem hat deren US-Ableger klare Geschäftsinteressen:

Nach dem gescheiterten Verkauf von T-Mobile an den Wettbewerber Sprint wollen die beiden Unternehmen nun unter Führung der Deutschen fusionieren. Rund 26 Milliarden Dollar dürfte der Mega-Deal kosten, der aber vom US-Justizministerium und der Telekomaufsicht FCC noch genehmigt werden muss.

Unmittelbar nach Bekanntgabe der Übernahmeabsicht checkten neun Top-Manager von T-Mobile im vorigen April erstmals im Washingtoner Trump-Hotel ein. Nachdem die Washington Post über die magentafarbenen Männchen mehrfach berichtete, hat das Thema nun die amerikanische Politik erreicht.

„Das riecht nach Korruption

Die linke Senatorin Elizabeth Warren, die sich um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bewirbt, bat das Unternehmen um Aufklärung. In der Antwort räumt T-Mobile jetzt ein, dass vor dem April 2018 nur zwei Nächte im Trump-Hotel gebucht, seither dort aber 195.000 Dollar ausgegeben wurden.

Das seien jedoch nur 14 Prozent der gesamten Hotel-Ausgaben des Unternehmens in Washington. „Das riecht nach Korruption“, twitterte die Senatorin gleichwohl und warf T-Mobile am Dienstag vor, den Präsidenten „schmieren“ zu wollen.

Den Vorwurf weist die US-Tochter der Telekom selbstverständlich zurück: „Übernachtungen in Trump-Hotels mögen von einigen positiv und von anderen negativ gesehen werden“, schreibt Vizepräsident Anthony Russo.

Man sei jedoch sicher, dass die für die Behörden über die Fusion „auf Grundlage der Fakten entscheiden werden“. Derweil schlägt Legere weiter kräftig die Werbetrommel: „Kündigt bei AT&T! Ich helfe Euch!“, propagierte er am Mittwoch in einer Videobotschaft auf Twitter.

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Von RND/Karl Doemens

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