Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Politik „Mir gefällt diese Aggression nicht“ – Trump könnte Treffen mit Putin absagen
Nachrichten Politik „Mir gefällt diese Aggression nicht“ – Trump könnte Treffen mit Putin absagen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:23 28.11.2018
Der russische Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump wollten sich zum G20-Gipfel in Buenos Aires treffen. Quelle: Jorge Silva/Reuters Pool/dpa
Washington

US-Präsident Donald Trump erwägt wegen des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine eine Absage eines geplanten Treffens mit Kremlchef Wladimir Putin am Rande des G20-Gipfels in Argentinien. Er werde zunächst einen „vollständigen Report“ seines nationalen Sicherheitsrats zum jüngsten Zwischenfall vor der von Moskau annektierten Halbinsel Krim erhalten, sagte Trump in einem Interview der „Washington Post“ am Dienstag. Der Bericht werde dann den Ausschlag für seine Entscheidung geben. „Vielleicht werde ich das Treffen gar nicht haben. Mir gefällt diese Aggression nicht. Ich will diese Aggression überhaupt nicht.“

Die russische Küstenwache hatte am Sonntag drei ukrainische Schiffe beschossen und festgesetzt, die durch die Meerenge an der von Russland annektierten Krim vorbei ins Asowsche Meer fahren wollten. Russland erklärte, sie hätten ohne Erlaubnis russische Hoheitsgewässer durchquert. Die ukrainische Marine betonte hingegen, Russland sei vorab über die geplante Reise der Schiffe informiert worden. Die Meerenge von Kertsch und das Asowsche Meer werden in einem Abkommen von 2003 als gemeinsame Territorialgewässer definiert.

Seine Äußerungen werteten Beobachter als bisher schärfste Rüge der jüngsten Aktionen Russlands in der Ostukraine. Noch am Montag hatte der US-Präsident davor zurückgeschreckt, direkte Kritik an Moskau zu üben. Die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley warf stattdessen Russland aggressives Verhalten vor.

Treffen zwischen Putin und Trump als Höhepunkt des G20

Am Freitag kommen die Staats- und Regierungschef der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer in Buenos Aires zusammen. Trumps geplante Zusammenkunft mit Russlands Präsident Putin am Rande des zweitägigen Gipfels gilt eigentlich als Hauptpunkt auf der Agenda seiner Visite.

Vorgesehen ist für Samstag in Argentiniens Hauptstadt außerdem ein gemeinsames Abendessen des US-Präsidenten mit Chinas Staatschef Xi Jinping. Das Treffen könnte entscheiden, ob sich in dem anhaltenden Handelsstreit zwischen Washington und Peking eine Lösung abzeichnet - und wenn ja, wie eine Entspannung konkret aussehen könnte.

In Buenos Aires will Trump zudem mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Japans Ministerpräsident Shinzo Abe, Südkoreas Präsident Moon Jae In, dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan und Indiens Regierungschef Narendra Modi zusammentreffen, wie der nationale Sicherheitsberater John Bolton mitteilte.

Von RND/AP

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach den bilateralen Gesprächen am kommenden Wochenende in Buenos Aires will die US-Regierung offenbar über weitere Strafzölle entscheiden. Wie es im Weißen Haus heißt, sei eine gütliche Einigung durchaus möglich.

28.11.2018

Die Zahl der Organspenden in Deutschland soll nach Ansicht von Gesundheitsminister Jens Spahn deutlich steigen. Sein Vorschlag ist umstritten: Nur wer ausdrücklich widerspricht, wird kein Spender. Heute debattiert der Bundestag.

28.11.2018

Zwölf Jahre nach ihrem Beginn tagt diesen Mittwoch wieder die Deutsche Islamkonferenz. Der grüne Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir plädiert dafür, den ausländischen Einfluss auf die Religion in Deutschland zurück zu drängen.

28.11.2018