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Politik Guaidó sieht sich schon in seinem „Büro im Präsidentenpalast“
Nachrichten Politik Guaidó sieht sich schon in seinem „Büro im Präsidentenpalast“
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14:01 13.03.2019
Juan Guaido, selbst ernannter Interimspräsident Venezuelas, zeigt sich siegesgewiss. Quelle: Boris Vergara/dpa
Berlin

Nach einem wochenlangen Machtkampf mit dem venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro gibt sich der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó siegessicher. „Wir sind kurz davor, unsere Freiheit zurückzuerobern“, sagte der 35-Jährige am Dienstag bei einer Demonstration gegen die Regierung in der Hauptstadt Caracas.

Obwohl Guaidó in Venezuela selbst bislang noch keine echte Machtposition aufbauen konnte, zeigte er sich selbstbewusst. „Das Ende der illegalen Machtübernahme ist nah“, sagte er unter dem Jubel seiner Anhänger. „Bald brauche ich ein neues Büro zum Arbeiten. Bald gehe ich in mein Büro im (Präsidentenpalast) Miraflores.“

Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen ein

Allerdings könnte der selbst ernannte Übergangspräsident auch im Gefängnis landen. Wegen Sabotage gegen die Energieversorgung des Erdöllandes leitete die Staatsanwaltschaft am Dienstag Ermittlungen gegen ihn ein. Bereits seit Januar wird gegen Guaidó ermittelt, nachdem sich der Abgeordnete zum Übergangspräsidenten erklärt und Staatschef Maduro damit offen herausgefordert hatte. Dabei wurde auch eine Ausreisesperre gegen ihn verhängt. Seine Konten wurden eingefroren.

Die US-Regierung warnte die venezolanischen Behörden vor Schritten gegen Guaidó. „Die Vereinigten Staaten machen die venezolanischen Sicherheitskräfte für die Sicherheit von Präsident Guaidó und der Nationalversammlung verantwortlich“, schrieb US-Sicherheitsberater John Bolton auf Twitter. „Jede Art von Gewalt gegen sie oder ihre Familien wird eine starke Antwort erfahren. Die Welt schaut zu.“

In Venezuela gingen am Dienstag Tausende Menschen auf die Straße, um gegen die Regierung und die seit Tagen andauernden Stromausfälle zu protestieren. Maduro machte einen von den USA und der Opposition geplanten Cyberangriff für den Zusammenbruch der Energieversorgung verantwortlich. Guaidó und seine Anhänger hingegen sehen die Schuld bei der Regierung, die die notwendige Investitionen verschleppt und das Netz nicht richtig gewartet habe.

„Wir haben kein Licht, wir haben kein Wasser“, sagte eine Bewohnerin des Viertels Santa Mónica im Süden der venezolanischen Hauptstadt im Fernsehsender VPI. Informationsminister Jorge Rodríguez erklärte hingegen: „In diesem Moment ist die Stromversorgung fast im ganzen Land wieder hergestellt.“ Der Stromausfall begann am Donnerstagabend und gilt als der längste in der Geschichte des südamerikanischen Krisenstaats.

Guaidó will Wut nutzen

Guaidó will die Wut vieler Venezolaner über den Stromausfall nutzen, um im Machtkampf gegen Maduro die Oberhand zu gewinnen. Obwohl ihn viele Staaten, darunter die USA und Deutschland, bereits als rechtmäßigen Interimspräsidenten anerkannt haben, kann er sich im eigenen Land nicht so recht durchsetzen. Solange das mächtige Militär Maduro die Treue hält, dürfte sich daran auch nicht viel ändern.

Bei den Demonstrationen am Dienstag schwor Guaidó seine Anhänger darauf ein, sich nicht entmutigen zu lassen. „Nicht die Dunkelheit, der Hass oder der Groll werden unsere Schritte leiten“, sagte er. „Wir bleiben auf der Straße, bis wir Freiheit für ganz Venezuela erreicht haben. Hier weicht niemand zurück.“

Von RND/dpa

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