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Politik Website stellt Regierungskritiker an den Pranger
Nachrichten Politik Website stellt Regierungskritiker an den Pranger
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14:44 13.07.2017
Ein Foto kann kritische Demonstranten identifizieren. Quelle: AP
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Berlin

Eine neue russische Internetseite stellt regierungskritische Demonstranten an den Pranger. Auf der Website „Je suis Maidan“ werden Hunderte Russen mit Foto und vollem Namen gezeigt, die dem Aufruf des Oppositionellen Alexej Nawalny zu Massenprotesten gefolgt waren. „Gebt die Hoffnung auf, wir werden euch auch finden!“, heißt es auf der Website. Wer sie betreibt, ist unbekannt.

Möglich wird die Zurschaustellung durch eine umstrittene Software namens Findface, berichtet das englischsprachige Wochenblatt „The Moscow Times“. Das Programm durchsucht Bilderdatenbanken und gleicht die Gesichter mit den Profilfotos des russischen Social Media Dienstes Vkontakte ab, bei dem viele Russen angemeldet sind. Für die Gesichtserkennung reichen Fotos von großen Menschenmengen auf Demonstrationen. Die Software soll Gesichter mit einer enorm hohen Trefferwahrscheinlichkeit zuordnen können. Auf der Website werden neben Foto und Namen der Demonstranten auch die Links zu ihren Social-Media-Profilen veröffentlicht.

Identifizierung schüchtert ein

Russland ist bekannt für seinen harten Kurs gegen regierungskritische Oppositionelle. Häufig werden Demonstranten verhaftet, kritische Journalisten dürfen nicht mehr berichten. Für die Teilnehmer von Massenprotesten ergibt sich durch die Veröffentlichung ihrer Identität aber noch eine ganz andere Gefahr: Mitarbeiter könnten ihren Job verlieren, wenn putintreue Chefs sie auf der Website entdecken. Und auch dass möglicherweise Lehrer, Nachbarn oder Freunde über die politische Haltung Bescheid wissen, könnte zur Einschüchterung genügen.

Von Anne Grüneberg/RND

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