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Politik „Wir könnten für einen Politikwechsel kämpfen“
Nachrichten Politik „Wir könnten für einen Politikwechsel kämpfen“
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07:00 25.09.2017
Hauptaufgabe, „dass dieser enorme Rechtsruck, dass der nicht in vier Jahren noch mal weitergeht“: Sahra Wagenknecht. Quelle: dpa
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Berlin

Als im März die CDU die Landtagswahl im Saarland gewann und sich Martin Schulz nach der SPD-Niederlage klar von einem möglichen rot-rot-grünen Bündnis im Bund distanzierte, wussten Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch endgültig, dass sie mit der Linkspartei allein für sich kämpfen müssen. Das Spitzenduo der Linken kann nun, ein halbes Jahr später, bei der Bundestagswahl ein Ergebnis um die 9 Prozent vorzeigen. Nach 8,7 Prozent 2005, 11,9 Prozent 2009 und 8,6 Prozent vor vier Jahren. Das ist weder Fisch noch Fleisch, nicht einmal der vierte Platz, auf jeden Fall Opposition.

Die Anhänger wollen hören, was Sahra zu sagen hat

Da das schon länger klar war, wirkten viele Linke und ihre Anhänger schon vor der Prognose im Festsaal Kreuzberg entspannt. Es hält nicht lange. Denn nach dem Jubel über den Niedergang von CDU/CSU und SPD kam das mäßige eigene Ergebnis und das der AfD. Es scheint, als müsse sich die Parteiführung erst schütteln. Parteimanager Matthias Höhn spricht vom zweitbesten Ergebnis in der Geschichte der Linken. „Das Ergebnis insgesamt ist allerdings eine Zäsur in der Geschichte der Bundesrepublik.“ Währenddessen werden die Stars der Partei, Sahra Wagenknecht und ihr Mann Oskar Lafontaine, von den im Saal verteilten TV-Sendern herumgereicht, was zu Unmut führt. Die Anhänger wollen hören, was „Sahra“ zu sagen hat.

Vorher aber wird Bernd Riexinger aus einem TV-Studio zugeschaltet. Der Parteichef sagt, es ändere nichts, dass die SPD in die Opposition ginge. „Allerdings ist jetzt vier Jahre Zeit, an einer anderen Machtoption zu arbeiten.“ Eine Einladung an die SPD. „Wir könnten für einen wirklichen Politikwechsel kämpfen.“

Wagenknecht vermeidet scharfe Töne gegen die SPD

Das unterstreicht Fraktionschefin Sahra Wagenknecht, die nun in echt auf der Bühne in Kreuzberg steht. Das Ergebnis der AfD liege ihr schwer im Magen. „Hoffentlich hört die SPD den Schuss.“ Sie vermeidet allerdings scharfe Töne gegenüber der SPD, sie spricht von der Großen Koalition, die vielen Menschen das Gefühl gegeben habe, sie im Stich gelassen zu haben. Man müsse nun verhindern, so Wagenknecht, dass der Rechtsruck sich in den kommenden Jahren weiter verstärke. „Das wäre die Hölle.“

Dietmar Bartsch, Wagenknechts Co-Partner im Bundestag, sekundiert: „Wir haben zugelegt. Wir bleiben sozialer Oppositionsführer im Parlament.“ Bartsch verspricht der AfD harte Auseinandersetzungen im Bundestag und auf der Straße. „Wir stehen nun vor der Herausforderung, Menschen davon zu überzeugen, dass es in Deutschland einen anderen Kurs geben kann.“

Von Thoralf Cleven

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