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Politik Womit Horst Seehofer recht hat – und womit nicht
Nachrichten Politik Womit Horst Seehofer recht hat – und womit nicht
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19:14 22.10.2018
CSU-Chef Horst Seehofer nach dem Absturz seiner Partei bei der Landtagswahl. Quelle: Kay Nietfeld/dpa
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Horst Seehofer hat recht: Den Absturz der CSU bei der bayerischen Landtagswahl hat nicht nur er zu verantworten. Markus Söder hat daran einen erklecklichen Anteil und auch Alexander Dobrindt, der Ministerpräsident und der Vorsitzende der Bundestagsabgeordneten. Das Trio hat den Crashkurs der CSU bestimmt, ihr Image als Partei der Machtkämpfe und der schlechten Laune. Die eilige Kurskorrektur kurz vor der Wahl hat da nichts mehr retten können.

Seehofer findet nun, der „Watschenbaum“ sollte nicht nur ihn treffen. Anders gesagt: Wenn schon, dann sollten alle gehen müssen. Oder alle bleiben dürfen. Das wird nicht passieren. Seehofer wird vielleicht sein Ministeramt behalten, den Parteivorsitz aber verlieren. Markus Söder wird so schnell nicht vom Ministerpräsidentenamt lassen, um das er sich so lange bemüht hat. Er hat vorgebaut: Der Sündenbock war schon gefunden als Seehofer sich vergangenes Jahr darauf eingelassen hat, den Parteivorsitz fürs Erste zu behalten. Und die Partei stützt mit einiger Scheinheiligkeit und in alter Tradition den, der sich schon als Sieger und als Macht- und Kraftzentrum ausgerufen hat.

Seehofers Ärger darüber ist nachvollziehbar, es ist vermutlich auch ein Ärger über die eigene taktische Fehlplanung. Seine Weigerung, die eigenen Fehler anzuerkennen und die damit verbundenen merkwürdige Weinerlichkeit allerdings sind einigermaßen befremdlich. Seehofer beklagt, die CSU habe den Kontakt zu den Bürgern verloren und wichtige Themen verpasst. Wer war noch einmal Parteichef in den vergangenen zehn Jahren? Von einem neuen Stil der Partei, den sie so dringend versprochen hat, ist die CSU wirklich noch weit entfernt.

Das gilt auch für einen anderen Aspekt: Auch den nächsten Parteivorsitzenden, so scheint es bisher, machen in der CSU wieder die Jungs unter sich aus.

Von Daniela Vates/RND

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