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Politik Zollitsch will zügigere Reformen in der katholischen Kirche
Nachrichten Politik Zollitsch will zügigere Reformen in der katholischen Kirche
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09:00 25.09.2012
Zollitsch: «Ein Dialog ist zum Scheitern verurteilt, wenn man einander besserwisserisch, streitsüchtig und ohne Wohlwollen füreinander begegnet». Quelle: Patrick Seeger/Archiv

Einigen gingen die vorgeschlagenen Erneuerungen viel zu schnell und zu weit und sie fürchteten um die Identität des Katholischen, sagte er am Dienstagmorgen in Fulda beim Eröffnungsgottesdienst der Herbst-Vollversammlung.

"Viele erwarten aber auch Bewegung in der Kirche und sie leiden daran, dass manche Fragen sich schon so lange auf der kirchlichen Agenda befinden." Es sei nicht verwunderlich, dass manche Gläubige unruhig oder ungeduldig würden.

Zollitsch betonte im Dom: "Die katholische Kirche in Deutschland ist vital und stellt sich ihren kirchlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen." An die deutschen Bischöfe appellierte er, mit Demut an den Dialog mit dem Kirchenvolk zu gehen. "Ein Dialog ist zum Scheitern verurteilt, wenn man einander besserwisserisch, streitsüchtig und ohne Wohlwollen füreinander begegnet", mahnte er.

Demut, sagte Zollitsch, ermögliche es auch diejenigen und ihre Einstellungen zu schätzen, die anderer Meinung seien. Gegenseitige Wertschätzung könne helfen, Angst voreinander zu verlieren und aufeinander zuzugehen - auch wenn es unterschiedliche Auffassungen gebe, wie Kirche heutzutage sein solle. Zollitsch sagte: "Wir haben begonnen zu lernen und einzuüben, was ein geistlicher Dialog ist."

Am vorletzten Wochenende erst hatten sich katholische Bischöfe in Hannover getroffen, um mit dem Kirchenvolk über Veränderungen zu sprechen, zum Beispiel darüber, dass mehr Frauen Einfluss in der katholischen Kirche bekommen sollen.

Zollitsch versicherte in seiner Predigt, es sei klar, "dass die Kirche nicht um ihrer selber willen da ist". Sie sei "für die Menschen da, um ihnen zu dienen." Deshalb habe sich die Kirche pilgernd, hörend und dienend auf einen Erneuerungsprozess eingelassen.

dpa

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