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Zweifel an Bergung der Asse-Atomfässe

Atom Zweifel an Bergung der Asse-Atomfässe

Die angestrebte Bergung der maroden Atomfässer aus der Asse ist ein Wettrennen gegen die Zeit - jetzt sind erneut massive Zweifel an der Durchführbarkeit laut geworden.

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Besucher besichtigen das marode Atommülllager Asse bei Remlingen in Niedersachsen.

Quelle: Julian Stratenschulte/Archiv

Hannover. Der Chef der Entsorgungskommission des Bundes, Michael Sailer, bezweifelt das Vorhaben von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU), die 126 000 Atomfässer aus dem Salzbergwerk bei Wolfenbüttel wie geplant zu bergen und in ein anderes Endlager zu bringen. "Die Rückholung entwickelt sich immer mehr zur 'Mission Impossible'", warnte Sailer in der "Frankfurter Rundschau" (Samstag). Dessen ungeachtet halten das Bundesumweltministerium und das Land Niedersachsen an den Plänen fest.

"Unser Ziel ist und bleibt es, die Abfälle da herauszuholen", sagte der niedersächsische Umweltminister Stefan Birkner (FDP) der Deutschen Presse-Agentur. Die Parlamentarische Staatssekretärin Ursula Heinen-Esser (CDU) pflichtete in der "Braunschweiger Zeitung" (Montag) bei: "Das Bundesumweltministerium hält an dem Ziel der Rückholung als Vorzugsoption fest. Daran gibt es keine Zweifel." In das marode Salzbergwerk dringen täglich etwa 12 000 Liter Wasser von außen ein. Die Standfestigkeit des Schachtes kann nur noch für zehn Jahre garantiert werden. Laut Sailer droht das Bergwerk einzustürzen.

Wegen der von der Asse ausgehenden Gefahr hatte Bundesumweltminister Altmaier gleich nach seinem Amtsantritt im Mai das Salzbergwerk besucht und ein "Asse-Gesetz" angekündigt. Ein erster Entwurf sieht vor, dass atomrechtliche Vorgaben für eine schnellere Bergung radioaktiver Abfälle aufgeweicht werden. So könnte ein zeitraubendes Planfeststellungsverfahren entfallen. Denn fest steht, dass mit den in der Asse lagernden rund 126 000 Fässern mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll etwas geschehen muss. Die Zeit drängt.

Entsorgungsexperte Sailer schlägt als Alternative zu einer Rückholung vor, abdichtende Barrieren vor die mit Atommüll beladenen Kammern zu bauen und die Hohlräume des Bergwerks mit Feststoff zu verfüllen. Das senke die Gefahr, dass Radioaktivität ins Grundwasser gelangen könne. Staatssekretärin Heinen-Esser sagte, diese Argumente seien nicht neu, das Ministerium setze sich damit auseinander.

Kritik hagelte es auch seitens SPD. Parteichef Sigmar Gabriel, in dessen Wahlkreis die Asse liegt, warf Sailer in der "Braunschweiger Zeitung" eine "schwer erträgliche Verunsicherung der Bürger" vor. Auch beim Asse-Koordinationskreis, in dem Gruppen, Vereine, Parteien und Organisationen aus der Region um das ehemalige Salzbergwerk zusammenarbeiten, kommt Sailers Vorschlag nicht gut an. Eine Betonverfüllung löse das Problem nicht, sagte Sprecher Udo Dettmann "NDR-online".

Der Koordinationskreis fordert auf seiner Webseite, der Bundesumweltminister solle dafür sorgen, dass die Entsorgungskommission dem von ihm geforderten Weg der Rückholung folge. Für die Bergung der Fässer müssten ein neuer Schacht und ein oberirdisches Zwischenlager - in der Größe von 25 Fußballfeldern - gebaut werden. Im Bundesamt für Strahlenschutz wird zurzeit geprüft, ob und wie die Fässer geborgen werden können.

dpa

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