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Zweifel an Bergung der Atomfässer aus der Asse

Atom Zweifel an Bergung der Atomfässer aus der Asse

Der Vorsitzende der Entsorgungskommission des Bundes, Michael Sailer, bezweifelt, dass die Atomfässer im Salzbergwerk Asse geborgen und in ein anderes Endlager gebracht werden können.

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Besucher besichtigen das marode Atommülllager Asse bei Remlingen in Niedersachsen.

Quelle: Julian Stratenschulte/Archiv

Hannover. "Die Rückholung entwickelt sich immer mehr zur 'Mission Impossible'", sagte Sailer der "Frankfurter Rundschau" (Samstag). Laut Sailer droht das Bergwerk bei Wolfenbüttel einzustürzen und mit Wasser vollzulaufen.

Dagegen bekräftigte der niedersächsische Umweltminister Stefan Birkner (FDP): "Unser Ziel ist und bleibt es, die Abfälle da herauszuholen." Es gebe zwar rechtliche Hürden, aber "die räumen wir gerade aus dem Weg durch das Asse-Gesetz", sagte Birkner am Samstag der Nachrichtenagentur dpa in Hannover. Außerdem gebe es technische Fragestellungen. "Ob und inwieweit es gelingt, muss geklärt werden."

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hatte gleich nach seinem Amtsantritt im Mai ein Asse-Gesetz angekündigt. Ein erster Entwurf sieht vor, dass atomrechtliche Vorgaben für eine schnellere Bergung radioaktiver Abfälle aufgeweicht werden. So könnte ein zeitraubendes Planfeststellungsverfahren entfallen. Die Standfestigkeit des Schachtes kann nur noch für zehn Jahre garantiert werden.

Als Alternative zu einer Rückholung schlug Entsorgungsexperte Sailer vor, abdichtende Barrieren vor die mit Atommüll beladenen Kammern zu bauen und die Hohlräume des Bergwerks mit Feststoff zu verfüllen. Das senke die Gefahr, dass Radioaktivität ins Grundwasser gelangen könne. "Das ist eine Option," sagte Umweltminister Birkner. Aber wenn die Fässer nicht rückholbar sein sollten, "dann muss das transparent und nachvollziehbar geklärt werden."

In dem Salzbergwerk lagern rund 126 000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Abfall. Für die Bergung müssten ein neuer Schacht und ein rund 25 Fußballfelder großes oberirdisches Zwischenlager gebaut werden. Im Bundesamt für Strahlenschutz wird zur Zeit geprüft, ob und wie die Fässer geborgen werden können.

dpa

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