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Zweite Querung des Fehmarnsunds angepeilt - Grüne verstimmt

Verkehr Zweite Querung des Fehmarnsunds angepeilt - Grüne verstimmt

Die Verkehrsministerien in Kiel und Berlin streben den Bau einer zweiten Querung des Fehmarnsunds an, um nach der Fertigstellung des Fehmarnbelt-Tunnels nach Dänemark gravierende Probleme beim Anschluss an das Festland in Ostholstein zu verhindern.

Kiel. Das Ministerium in Kiel bestätigte der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch entsprechende Zeitungsberichte.

"Ob es ein Tunnel werden soll oder eine zweite Brücke, ist noch nicht absehbar", sagte Ressortchef Reinhard Meyer (SPD). Dies hänge auch von den zu erwartenden Kosten ab. Es geht um mehrere hundert Millionen Euro. Meyer hatte mit Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) am Dienstag außer über die A20 samt Elbquerung auch über dieses neue Querungsprojekt gesprochen.

Die Grünen, ohnehin verärgert über Meyers Vorantreiben ihnen unliebsamer Verkehrsprojekte, reagierten als Koalitionspartner verschnupft. Bevor sich Meyer öffentlich mit einem klaren Bekenntnis zum Fehmarnbelt-Tunnel und zu einer neuen Sundquerung zitieren lasse, solle er seinen Arbeitsauftrag erfüllen und der Bundesregierung einen Brief zu dem Thema schreiben, meinte die Landesvorsitzende Ruth Kastner. Dies sei so im Koalitionsvertrag vereinbart. Demnach soll das Land den Bund auffordern, die Kostenschätzung und das Nutzen-Kosten-Verhältnis des Fehmarnbelt-Projektes zu überprüfen. Dessen Finanzierung sei völlig ungeklärt.

"Bevor keine Zahlen auf dem Tisch liegen, bevor nicht klar ist, ob es zur Nachverhandlung des dänisch-deutschen Staatsvertrages kommt, solange verbieten sich vorauseilende öffentliche Festlegungen", erklärte die Grünen-Landeschefin.

Meyer will die zweite Fehmarnsund-Querung für den Bundesverkehrswegeplan anmelden, der ab 2015 gelten soll. Ziel ist es, ein Nadelöhr auf der Insel Fehmarn zu verhindern, die ab 2021 über einen Tunnel mit Dänemark verbunden sein soll. "Das ist bei uns sehr wohlwollend aufgenommen worden", sagte laut "Lübecker Nachrichten" der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), zum Vorstoß aus Kiel.

Das Problem: Mit dem Fehmarnbelt-Tunnel wird es zwischen Kopenhagen und Hamburg künftig weitgehend vier Autospuren und zwei Bahngleise geben, während die jetzige Sund-Brücke nur zwei Spuren und ein Gleis bietet. Vor diesem Hintergrund sagte Meyer dem "Flensburger Tageblatt": "Wenn sich da ernsthafte Probleme ergeben, dann muss man generell neu nachdenken - dann braucht man eine Brücke oder einen Tunnel mit vier Spuren für die Straße und mit zwei Schienensträngen.

dpa

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