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Schleswig-Holstein Usutu-Virus lässt die Amseln sterben
Nachrichten Schleswig-Holstein Usutu-Virus lässt die Amseln sterben
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09:00 10.09.2018
Erkrankte Amseln wirken apathisch, flüchten nicht mehr und sterben innerhalb weniger Tage. Quelle: Daniel Karmann
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Kiel

Hinweise auf die Gefahr hatte es bereits im Mai gegeben. Das Umweltministerium wies auf die ersten verendeten Vögel in Schleswig-Holstein hin. Es sei davon auszugehen, dass in diesem Jahr in Deutschland mehr Vögel vom Usutu-Virus betroffen seien als je zuvor, prognostizieren die Naturschützer.

Das ursprünglich südafrikanische Virus wird von Stechmücken auf Vögel übertragen. Meist sind Amseln von dem Erreger befallen, in geringen Zahlen aber auch andere Arten wie Singdrosseln, Meisen oder Finken. "Wo das Virus neu auftritt, kommt es vor allem bei Amseln zu Massensterben", heißt es vom Nabu. Besonders häufig treten Usutu-Infektionen dabei in den Monaten August und September auf. Laut Nabu gehen derzeit pro Tag rund 400 Verdachtsmeldungen ein.

Infizierte Vögel wirken offensichtlich krank, apathisch, flüchten nicht mehr und sterben meist innerhalb weniger Tage. Fast immer sind es Amseln, bei denen diese Krankheit festgestellt wird, weshalb die Usutu-Epidemie auch als "Amselsterben" bekannt wurde. Gegenmittel gibt es bisher nicht. Für Menschen besteht laut Nabu nach bisherigem Kenntnisstand aber keine Gefahr.

Mit dem Virus beschäftigen sich auch Wissenschaftler des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin in Hamburg. Das Institut hat in diesem Jahr bereits mehr als 200 verendete Vögel aus ganz Deutschland erhalten. Davon konnten bisher 132 Tiere untersucht werden. Bei 33 Prozent von ihnen wurde das Usutu-Virus nachgewiesen, bestätigt Virologe Renke Lühken.

Lühken rechnet mit dem Tod von mehreren Tausend Amseln in Deutschland durch das Virus in diesem Jahr. Dem Nabu wurden bisher rund 1500 Verdachtsfälle gemeldet, der Großteil davon im August. "Die 2018 bisher gemeldeten Fälle übertreffen die Zahlen aus den Vorjahren deutlich, was für ein besonders starkes Auftreten und für einen Verbreitungssprung des Virus spricht", erklärte Nabu-Fachmann Lars Lachmann. Der warme Sommer scheine die Ausbreitung begünstigt zu haben.

Von Julia Fischer

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