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Schleswig-Holstein 48 Wolfs-Risse in Schleswig-Holstein
Nachrichten Schleswig-Holstein 48 Wolfs-Risse in Schleswig-Holstein
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19:37 05.11.2018
Nach Angaben des LLUR gab es in Schleswig-Holstein 119 Wolfsnachweise seit 2007. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa (Symbolbild)
Flintbek

Es gebe immer eine genetische Untersuchung der Spuren, und die dauere ungefähr drei Wochen. Dann erst wisse man genau, ob der "Täter" ein hungriger Wolf oder ein wildernder Hund war.

Nach Angaben des LLUR gab es in Schleswig-Holstein 119 Wolfsnachweise seit 2007. Davon waren 71 in diesem Jahr. Oft tappten die Wölfe in eine Fotofalle oder hinterließen andere, harmlose Spuren. Doch in 74 Fällen drangen hungrige Wölfe in Schafkoppeln ein, um ihren Hunger zu stillen. Allein 48 Mal in diesem Jahr, sagte Schmidt. Und konkretisierte: "Das ist die Zahl der Ereignisse, nicht die Zahl der toten Tiere."

Meist tötet der Wolf nur ein Schaf

Deren Zahl könne man nur schätzen. "Denn auch Tiere, die eingeschläfert werden müssen, zählen dazu." Insgesamt gehen seit 2007 auf das Konto von Wölfen zwischen ein- und zweihundert tote Schafe, vermutete Schmidt. Denn meist tötet der Wolf nur ein Schaf, manchmal auch zwei. "Nur in ganz seltenen Fällen sind es Dutzende." So zum Beispiel Anfang 2015 in der Herde eines Schäfers aus Blumenthal im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Dort wurden etliche Schafe gerissen oder so schwer verletzt, dass sie getötet werden mussten. Bei anderen Mutterschafen führte der Stress zu Fehlgeburten.

Es braucht wolfssichere Zäune

Der Schutz der Weidetiere geschieht in Schleswig-Holstein vornehmlich mit Hilfe von Zäunen, erklärte der Sprecher. Kurzfristig könne man einen Wolf auch mit einem Blinklicht vergrämen. Doch "Isegrimm" ist nicht blöd. "Letztlich hilft nur der Zaun, der ordnungsgemäß gesetzt sein muss."

Das ist entweder ein 105 Zentimeter hohes Zaun aus Strom führendem Maschengeflecht, der an der Unterseite im Boden vergraben sein muss. Oder vier Strom führende Litzen - die niedrigste maximal 25 Zentimeter über dem Boden. "Weil ein Wolf in der Regel unter einem Zaun hindurch kriecht. Er springt nicht drüber, obwohl er das wohl könnte", sagte Schmidt. "Bisher haben wir in Schleswig-Holstein keinen Fall, dass eine wolfssichere Umzäunung von einem Wolf überwunden wurde."

Ein hochemotionales Thema

Trotzdem schlagen die Emotionen hoch im Land. Der CDU-Agrarpolitiker Heiner Rickers postete auf Facebook ein Bild von sich neben einem toten Schaf auf dem Gelände einer Schäferfamilie und schrieb: "Trotz fachmännisch montierter Blinklichter, die den Wolf nachts abhalten sollen, kam es erneut zu Rissen. Der Wolfsabwehrzaun, der bereits beim ersten Riss vor über einer Woche angefordert wurde, ist immer noch nicht da. Die Familie fühlt sich allein gelassen mit dem Problem Wolf. Dieses Tier muss entnommen werden!"

Der jagdpolitische Sprecher der CDU, Hauke Göttsch, hatte von einem „Blutrausch“ gesprochen, in dem sich Wölfe befänden, die wahllos Schafe töteten. „Das hat mit Blutrausch und solchem Gedöns nichts zu tun“, so Matzen. Das sei ganz normales Verhalten von Beutegreifern – also Raubtieren.

Schafe ohne Fluchtinstinkt?

„Das Problem ist, dass Schafe so weit weg von dem natürlichen Schaf weggezüchtet wurden, dass sie keinen Fluchtinstinkt mehr haben. Sie stehen wie doof da und schauen zu. Also denkt sich der Wolf: Na gut, dann schnappe ich so viel ich kann, um für die nächsten Tage vorzusorgen.“ Ähnliches Verhalten zeigten auch Marder, die in Hühnerställe gerieten, wo die Beutetiere ebenfalls nicht fliehen (können).

Von dpa

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