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Bangen, ob der Motor knattert

Abslippen Bangen, ob der Motor knattert

Bei der Wassersport-Vereinigung Mönkeberg hieß es am Wochenende: abslippen. Wie in vielen anderen Häfen im Land verließen die Boote das Winterlager und machten wieder im Hafen fest. Für viele Bootseigner ist ein solcher Tag mit viel Aufregung verbunden, erzählen Mönkeberger Wassersportler.

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Am Wochenende wurde in Mönkeberg aus dem Winterlager wieder ins Wasser gelassen.

Quelle: Frank Peter

Mönkeberg-Kiel. Sonnabendmorgen, kurz nach sieben Uhr – es ist ruhig in Mönkeberg, kein Fußgänger ist unterwegs, noch nicht mal die Möwen schreien. Durch die Stille ist nur ein Motorengeräusch zu hören, je näher man dem Wasser kommt, desto lauter wird es. Unweit des Hafens ragt ein Kran in die Höhe. An seinem Arm hängt ein Segelboot, das er langsam auf das Wasser sinken lässt.  

Bei der Wassersport-Vereinigung Mönkeberg ist an diesem Wochenende "abslippen" angesagt. Wie jedes Jahr Mitte April lassen die Vereinsmitglieder ihre Boote aus dem Winterlager zu Wasser und machen sie im vereinseigenen Hafen fest.

Große Aufregung für die Mitglieder

 "Heute haben wir sogar richtig Glück mit dem Wetter", sagt Ralph Berg.Die Förde ist ruhig, es geht kaum Wind. Berg ist Tankelmeister im Verein. Das heißt im Frühjahr und im Herbst ist er dafür zuständig, dass die Boote heil ins Wasser und auch wieder ins Winterlager kommen.  

"Für viele Vereinsmitglieder ist diese Tag mit großer Aufregung verbunden", sagt er. Zum ersten Mal würden sie sehen, ob das Boot fit für den Sommer ist. Das heißt in erster Linie, ob es dicht ist und der Motor läuft.

Berg hat für diesen Tag einen genauen Zeitplan erstellt, jedes Vereinsmitglied weiß, wann sein Boot dran ist.

In diesem Jahr ist das Abslippen auf zwei Termine verteilt. Im Hafen wird noch gebaut, deshalb stehen nicht genügend Liegeplätze zur Verfügung. "Ich hoffe, dass wir nachmittags durch sind."

Um kurz vor acht wird es für Jan Löhndorf hektisch. Sein Boot, die "Canta Libre" ist an der Reihe. Sechs Männer stehen um das Boot, greifen sich die Gurte, die vom Kran herabhängen, und legen sie um den Rumpf. Jeder Handgriff sitzt. Auf ein Signal setzt sich der Kran in Bewegung, die "Canta Libre" wird in die Höhe gehievt und in Richtung Wasser geschwenkt. Löhndorf springt drauf, als das sie auf Höhe der Kaimauer ist, und sinkt aufs Wasser. "Läuft?", ruft ein Vereinskamerad  von oben. Der Motor knattert. Läuft.   

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Am Wochenende wurden in Mönkeberg die Boote aus dem Winterlager wieder ins Wasser gesetzt. Hier sehen Sie die Fotos vom Abslippen.

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Von Anne-Kathrin Steinmetz

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