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Schleswig-Holstein SH-Politiker kritisieren Wildschweinzaun
Nachrichten Schleswig-Holstein SH-Politiker kritisieren Wildschweinzaun
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15:02 28.01.2019
Dänemark hat am Montag mit dem Bau seines umstrittenen Wildschweinzauns an der Grenze zu Deutschland begonnen. Arbeiter rammten bei Padborg, etwa 200 Meter von der deutschen Seite entfernt, erste Pfosten in den Boden. Quelle: dpa/Frank Rumpenhorst/Symbolfoto
Padborg

An den Pfosten wurden stabile, 1,50 Meter hohe Stahlmatten-Zaunelemente befestigt. Da Wildschweine gut graben können, reiche der Zaun zusätzlich einen halben Meter tief ins Erdreich, sagte der Leiter der dänischen Naturverwaltung, Bent Rasmussen, am Montag an der Baustelle. Die Höhe von 1,50 Metern sei von Experten als hoch genug angesehen worden, damit Wildschweine den Zaun in der Regel nicht überspringen.

Wanderer durch Zaun nicht eingeschränkt

Rasmussen versicherte, dass Wanderer und andere Grenzgänger durch den Zaun nicht eingeschränkt würden. So gebe es neben den 20 permanenten offiziellen Schengen-Grenzübergängen an Straßen, Schienen und Wasserwegen zusätzlich Tore sowie an kleineren Wegen und Pfaden spezielle Übertritte. Mindestens jeden Kilometer habe man die Möglichkeit, den nicht stromführenden Zaun zu passieren.

Fertigstellung bis November

Der Zaun soll den Angaben zufolge spätestens im November fertiggestellt sein. Dann wäre die komplette, rund 70 Kilometer lange Landesgrenze zwischen Dänemark und Deutschland abgedeckt.

Wildschweinzaun als Schutz vor Schweinepest

Die Dänen wollen mit dem Zaun verhindern, dass deutsche Wildschweine nach Dänemark gelangen und sich auf diesem Weg einmal die Afrikanische Schweinepest (ASP) in ihrem Land ausbreiten könnte. Bisher gibt es noch keinen Nachweis des Erregers in Deutschland. Die dänische Regierung will mit dem Bauvorhaben vor allem die für das Land extrem wichtige Schweinezucht schützen.

Kritik aus Schleswig-Holstein

Politiker verschiedener Parteien im schleswig-holsteinischen Landtag haben den Bau unterdessen kritisiert. Der Zaun reihe sich neben Kürzungen im Asylbereich und den Passkontrollen an der dänischen Grenze in die symbolische Abschottungspolitik Dänemarks ein, sagte der europapolitische Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion, Rasmus Andresen. "Weder Mensch noch Tier brauchen diesen fachlich unsinnigen und rechtswidrigen Zaun."

Er forderte die Schleswig-Holsteiner auf, sich einer Petition gegen den Bau, die die dänischen Umweltverbände im Petitionsausschuss des Europäischen Parlaments eingebracht haben, anzuschließen.

Europawahl steht kurz bevor

FDP-Fraktionschef Christopher Vogt nannte es "bedauerlich, dass die dänische Regierung diesen Grenzzaun tatsächlich baut". Es sei gerade so kurz vor der Europawahl ein weiteres schlechtes Signal für den europäischen Einigungsprozess, auch weil das Zusammenleben in der Grenzregion international als vorbildlich gelte.

Der tierschutzpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Stefan Weber erklärte, der Bau sei als Symbolpolitik ohne Wirkung zu sehen. "Überall diskutieren wir in diesen Wochen über die Vorzüge eines offenen Europas und dem Abbau von grenzüberschreitenden Barrieren. Auch vor diesem Hintergrund ist die Errichtung dieses Zaunes zu kritisieren."

Themenseite: Alles zu Wildschweinen in SH

Mehr zum Thema: Alle KN-Berichte zum Wildschweinzaun an der Grenze

Von dpa/RND

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