Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Schleswig-Holstein Landespolizei testet jetzt Bodycams
Nachrichten Schleswig-Holstein Landespolizei testet jetzt Bodycams
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:50 14.06.2018
Von Niklas Wieczorek
Polizeioberkommissar Tore-Christian Gädechens-Voß zeigt eine neue Bodycam der Landespolizei Schleswig-Holstein. Quelle: eis - Thomas Eisenkrätzer
Anzeige
Kiel

40 Geräte hat die Landespolizei für insgesamt 40.000 Euro angeschafft, um für ein Jahr ihren Einsatz zu testen. Polizeidirektor Axel Behrends erläuterte am Donnerstagmittag in Kiel: "Wir wollen herausfinden, ob die Kamera geeignet ist, deeskalisierend zu wirken." Die Geräte, die an der Weste der Polizisten befestigt werden, sollen aber auch vor "ungerechtfertigter Strafverfolgung schützen", sagte Behrends: "Und das gilt in beide Richtungen." Also für den Gefilmten und den Polizisten gleichermaßen.

Ab sofort sind daher das 4. Polizeirevier in Kiel-Gaarden, ein Lübecker Revier und die Einsatzhundertschaft aus Eutin mit den Filmgeräten ausgestattet. Viele der Beamten sind auch auf der anstehenden Kieler Woche im Einsatz, weswegen das Großfestival bereits als erste Testphase gelten kann. Im Szenario einer für Polizisten gefährlichen Situation sollen die Beamten per Knopfdruck die Aufnahme starten können und so vielleicht die Lage beruhigen.

Auch Pre-Recording kann gespeichert werden

Dazu beitragen soll ein Frontmonitor, der stets zeigt, was aufgenommen wird: "Wir wollen dem polizeilichen Gegenüber die Spiegel vorhalten", so Behrends. Im Falle einer Aufnahme werden außerdem 30 Sekunden vor dem Start gespeichert, um den Auslöser ebenfalls zu dokumentieren. Dieses sogenannte Pre-Recording erfolge aber verschlüsselt, wie auch die Übertragung des Filmmaterials auf die Server nach einem Einsatz, bekräftigte Behrends. So soll sichergestellt werden, dass die Bilder nicht beeinflusst werden können und keine Daueraufnahme erfolgt.

In Absprache mit dem Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz wurden die Eckdaten des Pilotprojekts festgelegt. Dazu gehört auch, dass nur in der Öffentlichkeit gefilmt wird. Außerdem wird das Gegenüber durch einen Video-Schriftzug und eine leuchtende Aufnahmelampe stets erkennen können, das gefilmt wird, so Behrends. Nach einem Jahr soll ein Erfahrungsbericht Grundlagen für ein mögliches Gesetz liefern.

Ungefähr so groß und ungefähr so schwer wie ein Smartphone sind die Bodycams, die Polizeidirektor Axel Behrends als Verantwortlicher in einem Pilotprojekt testen lässt.
Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach einem Messerangriff auf seine Partnerin sitzt ein dreifacher Familienvater aus Neumünster in Untersuchungshaft. Am Dienstag war ein Streit eskaliert, ein 34-Jähriger hatte seiner 25 Jahre alte Freundin schwere Stichverletzungen zugefügt.

Bastian Modrow 14.06.2018

Zur Bekämpfung von Hasskommentaren im Internet hat die Polizei am Donnerstag in zehn Bundesländern, darunter in Schleswig-Holstein, Wohnungen durchsucht. Der "Aktionstag zur Bekämpfung von Hasspostings" wurde vom Bundeskriminalamt (BKA) koordiniert.

14.06.2018

Im schleswig-holsteinischen Landtag ist parteiübergreifend ein bundesweites Rauchverbot in Autos gefordert worden, in denen Kinder sitzen. „Das Rauchverbot für Autos mit Kindern muss her, besser heute als morgen“, sagte der SPD-Abgeordnete Tobias von Pein.

14.06.2018
Anzeige