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Schleswig-Holstein Auch die Kanzlerin mag den Sonnenhut
Nachrichten Schleswig-Holstein Auch die Kanzlerin mag den Sonnenhut
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08:00 12.09.2018
Von Stephan Ures
Es müssen nicht immer Alpenveilchen sein: Der Gelbe Sonnenhut (Rudbeckia) ist eine der Spezialitäten im Gartenbaubetrieb von Hartwig Bull in Gönnebek. Quelle: Stephan Ures
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Gönnebek

In der Gärtnersiedlung in Gönnebek wird rund die Hälfte aller rund 18 Millionen Zierpflanzen in Schleswig-Holstein produziert. Der Strukturwandel in der Agrarbranche macht vor dem Gartenbau nicht halt, wie Claus Heller als Präsident der Landwirtschaftskammer bei einem Besuch in Gönnebek feststellte. Aus ehemals 21 Gärtnereien im Ort sind mittlerweile 10 geworden, dafür mit größeren Kapazitäten. Der Betrieb von Hartwig Bull war am Dienstag eine Station während der jährlichen Kreisbereisungen der Kammer.

Die Zierpflanzenbranche ist noch ganz gut über den heißen und trockenen Sommer gekommen. Mit dem Umsatz der vergangenen Monate sei er ganz zufrieden, sagte Firmeninhaber Bull, „wir mussten bloß dreimal so viel gießen“. Jetzt, im Spätsommer, setzt er auf Gelben Sonnenhut (botanische Bezeichnung: Rudbeckia) und winterharte Sonnenblumen (Helianthus) sowie Roten Sonnenhut (Echinacea). Alles sind Eigenzüchtungen – ein Prozess, der bis zur Marktreife mehrere Jahre dauert.  Rund 150000 Sonnenhut-Stauden verkauft er davon jährlich, dazu rund 100000 Sonnenblumen, alles Gartenpflanzen. Insgesamt verlassen seine Hallen und Freiflächen im Jahr rund 1,5 Millionen Gewächse, im Schwerpunkt über den Großhandel, darunter über 300000 Töpfe mit Glücksklee im Neujahrsgeschäft sowie 500000 Frühjahrsblüher wie Primeln.

Frage an den Fachmann: Was sind die nächsten Trends im Beet? Bull sieht gerade bei jungen Leuten selbstgezogenes Gemüse im Kommen, gefragt sind zudem pflegeleichte Gewächse wie Sukkulenten (Kakteen, Agaven, Geldbaum, Aloe Vera). Auch hier sei manches eine Frage des Marketings, sagt Bull schmunzelnd: „Gartenarbeit war früher doof, aber Urban Gardening finden die Leute jetzt toll.“

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