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Schleswig-Holstein CDU unterstützt Abschussforderung
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10:00 27.07.2018
Von Anne Holbach
Immer häufiger streifen Wölfe durch Schleswig-Holstein. 29 Nachweise hat das Land seit Mai in diesem Jahr schon registriert – zahlreiche Risse von Schafen inklusive. Quelle: Einar Behn
Kiel

„Das ist eine Schnapsidee“, sagt Tobias Langguth vom Bund für Umwelt und Naturschutz. „Das verstößt gegen alle deutschen und europäischen Naturschutzgesetze. Und es gibt auch gar keine Notwendigkeit dazu.“ Das System des Wolfsmanagement habe sich hierzulande etabliert und funktioniere gut.

Das sieht Ingo Ludwichowski vom Naturschutzbund genauso. Er spricht von „Panikmache“. Die Prognosen von Graf Rantzau seien weitab jeglicher Schätzung. Der hatte vorgerechnet, dass in fünf Jahren knapp 4000 Wölfe Deutschland bevölkern – derzeit sind es 500. Ludwichowski: „Die Dimensionierung stimmt einfach nicht.“

CDU: "Auffällige Wölfe müssen aus der Natur genommen werden“

Der jagdpolitische Sprecher der CDU, Hauke Göttsch, hält die Sorgen dagegen für berechtigt. Die Union fordere ein aktiveres Wolfsmanagement. „Verhaltensauffällige Wölfe müssen aus der Natur genommen werden.“ Zwar sei der Bestand in Schleswig-Holstein noch geringer als in Niedersachsen oder Mecklenburg-Vorpommern, „aber wir müssen vorbereitet sein.“

Zustimmung gibt es vom Landesverband der Schafszüchter: „Wir wollen den Wolf keinesfalls komplett ausrotten. Aber es wäre gut, wenn es erlaubt wäre, Tiere abzuschießen, die immer wieder auffällig werden und Schafherden bedrohen“, sagt Geschäftsführerin Janine Bruser. Sollten sich Wölfe zu stark im Land ausbreiten, werde es dazu führen, dass viele Schäfer ihren Betrieb einstellen müssten

SPD und Grüne verweisen auf funktionierendes Wolfsmanagement

„Das Land unterstützt bereits präventive Maßnahmen wie den Herdenschutz“, sagt Sandra Redmann (SPD), die einen Abschuss klar ablehnt. „Wir nehmen die Probleme ernst, aber müssen die Kirche auch im Dorf lassen.“ Die Grünen weisen daraufhin, dass verhaltensauffällige Wölfe bereits mit einer Ausnahmegenehmigung geschossen werden dürfen. „Wir brauchen daher keinen Alarmismus, sondern ein sachkundiges Wolfsmanagement auf Grundlage stichhaltiger Fakten“, so Marlies Fritzen.

Jagdverband will Diskussion über maximalen Bestand

„Wir fordern eine sachliche Diskussion über einen maximalen Bestand – das heißt, wie viele Wölfe wir hier dulden können“, sagt Marcus Börner, Geschäftsführer des Landesjagdverbandes. Das müsse bundesweit und mit Anrainerstaaten diskutiert werden. „Dann könnte man wie bei anderen Tierarten klare Abschusspläne festlegen.“ Derzeit ist das Schießen eines Wolfes eine Straftat, die mit bis zu fünf Jahren Gefängnis geahndet werden kann.

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