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Schleswig-Holstein Bauernpräsidenten zweifeln Erfolg an
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16:44 09.07.2018
Landwirte sowie Verbraucherschützer zweifeln am Erfolg des Tierwohl-Labels. Quelle: Ralf Hirschberger/dpa
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Hannover/Kiel

Es habe in der Vergangenheit schon viele Label und Marken gegeben, die mehr Tierwohl zu höheren Preisen angeboten hätten, sagte der schleswig-holsteinische Verbandspräsident Werner Schwarz der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag): "Nichts hat sich durchgesetzt." Sein niedersächsischer Kollege Albert Schulte to Brinke sagte, dass für den Verbraucher das Herkunftsland des Fleisches wichtig sei. "Aber so eine Herkunftskennzeichnung spielt für das Ministerium offenbar keine Rolle."

Label soll bis 2020/2021 in die Supermärkte

Das Bundesagrarministerium arbeitet derzeit an einem freiwilligen Label, das bessere Haltungsbedingungen auf Fleischpackungen kennzeichnen soll. Dieses soll nach den Plänen von Ministerin Julia Klöckner (CDU) drei Stufen bekommen. Welche Auflagen die Bauern für die verschiedenen Einstufungen einhalten müssen, war zunächst unklar. Klöckner strebt an, dass das Label bis 2020/2021 in die Supermärkte kommt. Im Handel sind bereits einige Kennzeichnungen gestartet worden, auch der Bauernverband hat Vorschläge gemacht.

Staatliche Kennzeichnung sei überfällig

Angesichts der Vielzahl verschiedener Tierwohl-Label sei eine einheitliche, transparente Kennzeichnung notwendig, sagte die Referentin für Ernährung und Lebensmittel bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen, Janina Willers. "Jeder macht seine eigene Kennzeichnung, seine eigene Haltungsvorgaben, und am Ende kann das der Verbraucher wieder nicht unterscheiden und wahrnehmen, was tatsächlich das Beste für das Tier ist", kritisierte Willers. Daher sei eine staatliche Kennzeichnung längst überfällig.

Verbraucherschützer fordern verpflichtende Teilnahme

"Schon die Mindeststufe sollte schon deutlich über den gesetzlichen Standards liegen. Und das muss sie auch, um tatsächlich eine Verbesserung vorzunehmen", sagte Willers. Im Gegensatz zu Klöckner fordern Verbraucherschützer aber eine verpflichtende Teilnahme an dem Label. "Freiwillig heißt, dass nicht alle mitmachen", betonte Willers.

Auch die Grünen wollen ein Pflicht-Label. Es müsse bei jedem Kauf sichtbar werden, wie das Tier gehalten wurde, sagte die agrarpolitische Sprecherin der niedersächsischen Grünen, Miriam Staudte. "Wenn Waren, die nur nach gesetzlichen Mindestbedingungen erzeugt wurden, nicht gekennzeichnet werden, dann verhindert das bewusste Kaufentscheidungen."

Kein Platz für Tierquäler

Bauern-Vertreter Schwarz beklagte, dass das Ministerium warnende Worte aus der Landwirtschaft nicht ernst nehme: "Wir haben in vielen Gesprächen auf die Gefahr des Scheiterns hingewiesen. Aber dort scheint man andere Anforderungen zu haben, als wir es für erfolgversprechend halten."

Gleichzeitig machten Schulte to Brinke und Schwarz laut Zeitung klar, dass die Bauern im Norden keine Tierquäler in ihren Reihen duldeten. "Wer gegen Gesetze verstößt, der hat bei uns nichts zu suchen, der schadet letztlich nämlich dem Ansehen aller", sagte Schwarz. Schulte to Brinke sagte: "Für Tierquäler ist kein Platz bei uns."

Von dpa

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