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Schleswig-Holstein Lehrstellen im Land sind knapp
Nachrichten Schleswig-Holstein Lehrstellen im Land sind knapp
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07:00 19.12.2017
Von Christian Hiersemenzel
In Schleswig-Holstein ist es nicht einfach einen Ausbildungsplatz zu finden: 16 Prozent der jungen Leute gingen leer aus. Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert
Kiel/Gütersloh

Zwar würden die Unternehmen wieder mehr Fachkräfte ausbilden: Die Zahl der Jugendlichen, die eine Lehre antraten, erhöhte sich 2015 im Vergleich zu 2013 um 1800 auf nunmehr 28100 – ein Zuwachs von sieben Prozent. Allerdings kamen im Norden 2016 rechnerisch auf 100 Bewerber nur 88 Plätze. Da von den ohnehin knappen Lehrstellen fünf Prozent unbesetzt blieben, gingen 16 Prozent der jungen Leute leer aus, heißt es. Ähnlich schlecht stünden die Chancen nur noch in Nordrhein-Westfalen.

Grund für die angespannte Situation ist unter anderem das Interesse an einer Ausbildung: Gestiegen sei nicht nur das Angebot, sondern auch die Zahl der Bewerber. Besonders problematisch sei die Lage im Arbeitsagenturbezirk Flensburg, stellt die Bertelsmann-Stiftung fest. Im vergangenen Jahr gab es dort für 100 Bewerber nur 83 Stellen, im Bezirk Kiel waren es 86. Am besten war die Lage im Bezirk Neumünster mit 92 Stellen.

Als besonders schlecht schätzen die Experten die Aussichten für Jugendliche ohne Abschluss oder mit Hauptschulabschluss ein. Nur etwa 40 Prozent gelinge es, direkt eine Ausbildung aufzunehmen. „Die schlechten Ausbildungschancen von Hauptschülern sind besonders problematisch, weil diese Gruppe in Schleswig-Holstein anteilig größer ist als in anderen Bundesländern“, heißt es.

Die einen klagen über Lehrstellenknappheit, die anderen über zu wenige geeignete Bewerber. „Der Fachkräftemangel bereitet schon jetzt erhebliche Probleme“, stellte Hans-Joachim Beckers fest, Bildungsexperte an Schleswig-Holsteins Industrie- und Handelskammern. „Ein Drittel der Betriebe kann seine Lehrstellen nicht oder nur teilweise besetzen.“ Allzu viele Bewerber hätten Probleme mit einfachsten Rechenaufgaben, andere könnten sich nicht angemessen ausdrücken oder ließen Defizite im Sozialverhalten erkennen. „Schulen müssen besseren Unterricht machen“, sagte Beckers.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) sieht Licht und Schatten. „Auch wenn die Studie belegt, dass wieder mehr Fachkräfte ausgebildet werden, sehe ich zugleich eine Menge Luft nach oben“, sagte er.

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