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Schleswig-Holstein Blutdrucksenker Valsartan muss vom Markt
Nachrichten Schleswig-Holstein Blutdrucksenker Valsartan muss vom Markt
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10:15 12.07.2018
Von Christian Trutschel
Blutdruckmedikament mit Wirkstoff Varsatan werden zurückgerufen. Quelle: Ulf Dahl
Kiel/Berlin

Der häufig verordnete Blutdrucksenker Valsartan ist verunreinigt und muss zurückgerufen werden. Die Nachricht sorgte auch in Schleswig-Holstein bei Patienten und Ärzten für Verunsicherung. Die betroffene Firma ist einer der weltweit rund 40 Lieferanten für Valsartan.

Knapp 20 Lohnhersteller des Wirkstoffes gibt es in Indien, jeweils ein halbes Dutzend in China und Japan. Fabriken gibt es auch in Mexiko und Italien, einige große Generikafirmen produzieren den Wirkstoff selbst.

Valsartan-Rückruf in 22 Ländern

Apotheken, die am Donnerstag eine aktualisierte Liste erhalten, dürfen die entsprechenden Arzneimittel nicht mehr abgeben. Große Firmen wie Ratiopharm, Hexal und Stada haben laut dem Branchendienst Apotheke Adhoc ihre Ware bereits zurückgerufen, der Originalhersteller Novartis noch nicht. Rückrufe habe es in 22 Ländern gegeben, nicht in den USA.

Laut Apotheke Adhoc könnte sich dahinter „einer der größten Arzneimittelskandale der jüngeren Geschichte verbergen“. Der Branchendienst betont allerdings auch, dass es für NDMA, das in gepökeltem Fleisch und alkoholischen Getränken vorkommen könne, keinen verbindlichen Grenzwert gibt. Der Grad der Verunreinigung in den Fertigarzneimitteln sei fraglich.

Valsartan nicht einfach absetzen

Das BfArM forderte Patienten auf, valsartanhaltige Arzneimittel nicht eigenmächtig ohne Rücksprache mit ihrem Arzt abzusetzen. Das gesundheitliche Risiko bei Absetzen sei höher als das potenzielle Risiko infolge der Verunreinigung. Gleiches rät die Apothekerkammer Schleswig-Holstein. Geschäftsführer Frank Jaschkowski: „Das Arzneimittel soll weiter genommen werden, bis der Arzt etwas anderes entscheidet.“

Der Rückruf erfolge vorsorglich und wegen der besonders hohen Qualitätsanforderungen, die für Arzneimittel gelten. Aktuell wollten viele Patienten in den Apotheken Schleswig-Holsteins valsartanhaltige Mittel gegen Alternativ-Arzneien umtauschen. „Das geht nicht“, sagt Jaschkowski, „dazu sind die Apotheken nicht autorisiert.“ Der zurzeit einzige Weg sei: „Der Arzt muss ein neues Medikament verordnen.“

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