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Schleswig-Holstein Für die Sanierung fehlt das Geld
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10:00 05.11.2018
Von Bastian Modrow
Im 17. Jahrhundert ist die St.-Katharinen-Kirche in Kirchbarkau errichtet worden. "Ihr Inventar geht zum Teil sogar bis ins 12. Jahrhundert zurück", sagt Gemeindepastor Felix Meyer-Zurwelle. Für Restaurierungsarbeiten braucht die Gemeinde eine halbe Million Euro. Quelle: Juliane Häckermann
Kiel

Das Dach der Andreas-Kirche in Kiel, das Mauerwerk von St. Marien in Bad Segeberg oder der Innenraum der Katharinen-Kirche in Kirchbarkau: Die Liste sakraler Gebäude, in denen dringend Sanierungsarbeiten notwendig werden, ist lang. Schnell kosten solche Maßnahmen Millionen. Mit 200.000 Euro kalkuliert die katholische Gemeinde St. Nikolaus in Kiel allein für dringend notwendige Maler- und Versiegelungsarbeiten. In St. Nikolai in Kiel muss der mittelalterliche Altar restauriert werden. Die Kosten auch hier: 200.000 Euro.

Millionenschwere Großprojekte im Norden

Grundsätzlich ist Gebäudesanierung Sache der Kirchengemeinden. Viele sind aber kaum in der Lage, aus ihren Kirchensteuerzuweisungen Rücklagen zu bilden, die im Fall einer umfangreichen Sanierung oder eines größeren Schadensfalles ausreichen könnten, sagt Stefan Döbler von der Nordkirche, zu der fast 800 Gotteshäuser in den Sprengeln Schleswig und Holstein, Hamburg und Lübeck gehören. Zu den Großprojekten im Land gehört der Erhalt der vom Verfall bedrohten 18 Eiderstedter Kirchen (Kosten: 18,6 Millionen Euro), die Türme der Lübecker Altstadtkirchen (15 Millionen) sowie der Schleswiger Petri Dom (17 Millionen). Beim katholischen Erzbistum wird mit einem Gesamtinvestitionsbedarf von 150 Millionen Euro bis 2021 für alle Immobilien in Schleswig-Holstein, Mecklenburg und Hamburg kalkuliert.

Gemeinden werben um Spendengelder

"Viele Gemeinden werben über Fundraising Spenden ein, um Sanierungen und Reparaturen bezahlen zu können", sagt Döbler. Mancherorts wird auf Orgelpartnerschaften gesetzt. Mitunter müssen aber auch Immobilien und Grundstücke verkauft werden, um an Geld zu kommen. Ohne Unterstützung der Landeskirchen, ohne öffentliche Mittel vom Bund oder Stiftungen geht es dennoch nicht. Grundsätzlich gilt: Je älter die Bausubstanz desto höher der Investitionsbedarf. Für Döbler ist das Engagement alternativlos: "Kirchliche Gebäude sind Mittelpunkte des Gemeindelebens, aber auch wichtig für die Dorfgemeinschaft, für eine Stadt, für die Gesellschaft insgesamt." Beate Bäumer vom Erzbistum Hamburg geht es nicht nur um den Erhalt historischer Gebäude: "Viele Kirchen sind nach dem Krieg entstanden, die Menschen haben selbst mitgebaut, um sich eine religiöse Heimat zu schaffen."

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