Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Schleswig-Holstein Bund will Sylt-Strecke ausbauen
Nachrichten Schleswig-Holstein Bund will Sylt-Strecke ausbauen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:27 06.11.2018
Von Kerstin Tietgen
Die Bahnstrecke nach Sylt soll zweigleisig ausgebaut werden. Quelle: Julian Mieth/dpa (Archiv)
Berlin/Kiel

"Wir wollen die Marschbahn zweigleisig ausbauen und damit die die Verbindung nach Sylt schneller und zuverlässiger machen", sagte Scheuer am Dienstag in Berlin.

Dazu gehört auch der zweigleisige Ausbau auf der Nordseeinsel selbst zwischen Morsum und Tinnum inklusive der Autoverladung. Im vordringlichen Bedarf sind 221 Millionen Euro vorgesehen. Damit beträgt das Investitionsvolumen auf der Pendlerstrecke, auf der es in der Vergangenheit immer wieder zu Zugausfällen und Verspätungen kam, insgesamt gut 380 Millionen Euro. Denn bereits im Sommer hatte die Deutsche Bahn angekündigt, 160 Millionen Euro in die Sanierung von Gleisen, Signaltechnik und Bahnübergängen zu stecken.

Ausbau soll spätestens 2030 fertig sein

Der Zeitplan für den zweigleisigen Ausbau ist ehrgeizig: Nach Angaben des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann soll der Ausbau "spätestens" 2030 fertig sein. "Je eher, umso besser", sagte der Beauftragte der Bundesregierung für den Schienenverkehr. "Die Bahn kann die Planung aufnehmen." Notwendig seien aber auch Maßnahmen auf Sylt. "Auch hier können wir uns einen zweigleisigen Ausbau vorstellen - und vor allem die Autoverladung würden wir gerne umlegen."

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) sprach von Erfolg der Landesregierung und der Pendlerinitiative. Wie die Zweigleisigkeit auf der Insel selbst realisiert werden kann, "wird man sich im einzelnen dann noch mit den Insulanern ansehen müssen." Er hatte den Bund aufgefordert, das Projekt in einem "Legalverfahren" statt einem aufwendigen Planfeststellungsverfahren zu realisieren.

Man wolle den Pendlern schnell helfen

Dazu sagte Ferlemann: "Wir suchen fünf Projekte in Deutschland, wo wir das machen. (...) Wir müssen dafür erst die rechtlichen Möglichkeiten schaffen." Das dauere jedoch eine ganze Zeit. Die Pendler litten jedoch schon jetzt täglich unter der ungenügenden Strecke. "Deswegen würde ich jetzt ungern eine Diskussion über das Rechtsverfahren führen, sondern die Frage stellen: Was geht am schnellsten, um den Pendlern zu helfen?"

Unternehmer freuen sich

Die Pendlerinitiative und die Sylter Unternehmer freuten sich über die Entscheidung der Bundesregierung. "Es ist geschafft, endlich kommt das was schon jahrelang gefordert wurde", sagte der Sprecher der Pendlerinitiative, Achim Bonnichsen. Der Vorsitzende des Vereins Sylter Unternehmer, Karl Max Hellner, sagte, "wir sind natürlich begeistert, dass unsere jahrelangen Bemühungen endlich Früchte getragen haben." Die Topurlaubsdestination Sylt bekomme endlich die Anbindung, die sie verdiene. Auf der Insel selbst müssten nun die "Schularbeiten" gemacht werden. Diskutiert werden müsse etwa, die Autoverladung raus aus Westerland zu verlagern.

Weitere Projekte im Norden

Der Bund wird aber auch weitere Projekte in Schleswig-Holstein beschleunigen. Die 61 Millionen Euro teure Elektrifizierung der Strecke Itzehoe über Wilster in einen neuen Übergabebahnhof außerhalb des Werksgeländes des Hafens Brunsbüttel bezeichnete Buchholz als "gutes Signal für die Westküste". Geplant sind auch das vierte Bahnsteiggleis in Elmshorn, der Ausbau der S 4 Ost zur Entlastung des Knotens Hamburg und die Ausbaustrecke Lübeck-Schwerin-Büchen-Lüneburg.

40 Prozent aller Mittel gehen an Bahnprojekte

Im Bundesverkehrswegeplan 2030 gibt es bisher neben den dringlichsten Neubau- und Ausbauprojekten auch solche der Kategorie "potenzieller Bedarf." Nun steigen viele Vorhaben in den sogenannten Vordringlichen Bedarf auf, weil eine "positive gesamtwirtschaftliche Bewertung" vorliege. Der geltende Bundesverkehrswegeplan 2030 war 2016 beschlossen worden. Er sieht Investitionen in Straßen, Schienen und Wasserwege in ganz Deutschland von insgesamt mehr als 270 Milliarden Euro vor. 40 Prozent der Mittel gehen an Bahnprojekte.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Besatzungen der rund 60 Seenotrettungskreuzer in Nord- und Ostsee haben in diesem Jahr bislang 37 Menschen aus akuten Notlagen geborgen. Zudem seien 307 Menschen von Januar bis Oktober aus drohender Gefahr befreit worden, teilte die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mit.

06.11.2018

Bildungsministerin Karin Prien (CDU) mahnt eine baldige Grundgesetzänderung an. Ziel ist die Finanzierung der Online-Anbindung von Schulen.

06.11.2018

Ab Dienstag wird das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zwei Klagen gegen den Bau des geplanten A-20-Abschnitts in Schleswig-Holstein verhandeln. Es klagen die Umweltverbände.

07.11.2018