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Schleswig-Holstein Zu viele Verkehrstote im Norden
Nachrichten Schleswig-Holstein Zu viele Verkehrstote im Norden
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07:00 08.11.2018
Von Heike Stüben
Mit 747 Schwerverletzten pro Million Einwohner und 100 Verkehrstoten im Jahr 2017 landet der Norden auf dem letzten Platz. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa (Symbolbild)
Kiel

Vorne liegen Baden-Württemberg, Thüringen und Rheinland-Pfalz. Der Umweltverband BUND in Schleswig-Holstein fordert Konsequenzen.

Die Allianz pro Schiene, der Deutsche Verkehrssicherheitsrat und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) lassen regelmäßig die Entwicklungen in puncto Verkehrssicherheit, Lärm, Luftqualität und Flächenverbrauch vom Forschungsinstitut Quotas untersuchen. Dazu werden Statistiken von Bund, Ländern, dem Bundesumweltministerium und Angaben von Landesregierungen ausgewertet. Am schlechtesten schneidet Schleswig-Holstein bei der Verkehrssicherheit ab: Mit 747 Schwerverletzten pro Million Einwohner und 100 Verkehrstoten im Jahr 2017 landet der Norden auf dem letzten Platz.

Der Flächenverbrauch ist zu hoch

Das zweite Problemfeld in Schleswig-Holstein sieht die Studie im Flächenverbrauch. Pro Tag werden 2,5 Hektar verbraucht, vor allem für Verkehrswege, aber auch für Gewerbe- und Wohngebiete – das reicht nur für Platz 13. Bis 2020 soll der tägliche Verbrauch laut Bundesregierung auf 1,4 Hektar sinken. Und ab 2050 soll die Flächenkreislaufwirtschaft funktionieren: Dann dürfen neue Flächen nur noch versiegelt werden, wenn in gleichem Maß andere Flächen entsiegelt werden. Denn Flächenverbrauch – bundesweit 90 Fußballfelder täglich – hat auch unerwünschte Folgen: natürliche Lebensräume gehen verloren, die Siedlungsdichte nimmt ab, Verkehrsaufkommen und Energieverbrauch steigen, und ein teurer Infrastrukturausbau wird notwendig.

„Beim Flächenverbrauch kann und muss das Land jetzt aktiv werden. Die Neufassungen des Landesentwicklungsplans und der Landesbauordnung müssen so gestaltet werden, dass die weitere Versiegelung von Flächen gestoppt wird“, fordert deshalb Kirsten Kock vom BUND in Kiel.

Luftqualität ist mittelmäßig

Bei der Luftqualität landet Schleswig-Holstein mit Platz 9 nur im Mittelfeld. Hauptverursacher ist der Verkehr. Während Energiewirtschaft, Gewerbe und Industrie bundesweit deutliche Rückgänge der Treibhausgas-Emissionen verbuchen, emittiert der Verkehr heute mehr CO2 als 1990. Dies bestätigt auch eine andere aktuelle Studie unter anderem von der Universität Trier. Danach ist der niedrige CO2-Ausstoß eines einzelnen Diesel-Autos längst durch die Zunahme an Dieselmotoren aufgefressen. Eine steuerliche Begünstigung mache aus Klimaschutzgründen keinen Sinn mehr.

Am besten schneidet Schleswig-Holstein im Ranking bei der Lärmminderung ab (Platz 6). „Man muss dabei berücksichtigen, dass selbst die besten Platzierungen in Schulnoten nur eine drei minus bedeuten. Alle Länder müssen also noch viel tun“, sagt Krautscheid.

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