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Schleswig-Holstein Razzia bei Paketdienst Hermes
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20:56 07.06.2018
Von Niklas Wieczorek
Ermittler der Bundespolizei haben am Donnerstag Büroräume eines Transportunternehmens in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen durchsucht. Quelle: Benjamin Nolte/dpa
Harrislee/Osterrönfeld

Neun Standorte lagen in Schleswig-Holstein. Der schwere Verdacht lautet: banden- und gewerbsmäßiges Einschleusen von Ausländern aus Osteuropa, dazu Urkundenfälschung und Erschleichen amtlicher Dokumente. Aufgrund dieser Reihe von Vorwürfen hat die Bundespolizei gestern Morgen in einer Großaktion elf Standorte eines Paketzustellers durchsucht, darunter neun in Schleswig-Holstein. Beweise wurden sichergestellt, Festnahmen gab es aber keine.

Das Unternehmen Hermes bestätigte den Einsatz „bei einem für Hermes tätigen Servicepartner“, so Sprecher Ingo Bertram. Man unterstütze den Aufklärungsprozess in enger Kooperation mit den zuständigen Behörden vollumfänglich. „Der Einsatz war ein Erfolg für uns“, sagte Matthias Menge, Sprecher der Bundespolizei Bad Bramstedt.

Um 7.30 Uhr hatten die Kräfte begonnen, waren um 9 Uhr überraschend an den Standorten aufgetaucht, noch am Nachmittag liefen zahlreiche Vernehmungen. Die Taten könnten mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren geahndet werden, so die Bundespolizei.

Zelle in Harrislee

Die Ermittler vermuten die Zelle des Schleuserrings in Harrislee, wo sie drei von fünf Hauptbeschuldigten antrafen, so Menge. Hier überprüften sie auch die Papiere von 20 bis 30 Fahrern. Sie durchforsteten zudem Wohnungen und Büros in Osterrönfeld, an zwei Standorten in Neumünster, Ellerau und Kaltenkirchen.

Umfangreiche Ermittlungen gingen den gestrigen Durchsuchungen voraus. Schon seit 2017 läuft ein Verfahren der Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Rostock mit dem Hauptzollamt Itzehoe im Auftrag der Staatsanwaltschaft Flensburg. Die Ermittler nehmen an, dass die aus Aserbaidschan und Rumänien stammenden Haupttäter überwiegend Moldauer mit gefälschten EU-Dokumenten ausgestattet haben. Sie sollten nach Deutschland einreisen, um hier anschließend unselbstständig und illegal als Paketzusteller zu arbeiten, so Menge. „Uns ging es heute um weitere Beweismittel, die wir sicherstellen wollten.“Neben diversen Geschäftsunterlagen, Mobiltelefonen und Computern gehörten dazu gefälschte Ausweise, rund 30000 Euro Bargeld sowie in Neumünster eine schussbereite Handfeuerwaffe und eine Schreckschusswaffe, so Menge.

Insgesamt 280 Beamte von Bundespolizei und Zoll waren auch in Krefeld (Nordrhein-Westfalen) und Salzgitter (Niedersachsen) im Einsatz. Diese Standorte wollte Hermes zunächst nicht bestätigen. „Sollten die Ermittlungen ergeben, dass hier vorsätzlich und mit krimineller Energie bewusst gesetzliche Vorgaben umgangen worden sind“, kündigte Sprecher Bertram umgehende Konsequenzen an.

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