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Bundeswehr verschiebt Sprengungen

Versuche auf der Ostsee Bundeswehr verschiebt Sprengungen

Die Bundeswehr verschiebt ihre Ansprengungen im Ostsee-Sperrgebiet zwischen Damp und Port Olpenitz auf Oktober. Ursprünglich sollten die Versuche an der früheren „Karlsruhe“ im Mai beginnen. Die Pläne hatten massive Proteste ausgelöst. Die Verschiebung auf Oktober beruhigt nicht alle Kritiker.

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Die "Karslruhe" vor Kiel. Die ausgemusterte Fregatte wird zurzeit mit Sensoren für die Ansprengversuche ausgerüstet.

Quelle: Frank Behling

Eckernförde. Doris Milkert von der Wehrtechnischen Dienststelle WTD 71 in Eckernförde betont, dass die Verschiebung keine Reaktion auf die Proteste sei. Vielmehr gebe es Verzögerungen bei einem Zulieferer.

Milkert betonte, dass „die Risiken für die Umwelt durch die Bundeswehr minimiert werden, jedoch nicht vollständig ausgeschlossen werden“. Unterwassersprengungen würden erst begonnen, wenn Tiere vergrämt seien und sich keine Meeressäuger im Umkreis von zwei nautischen Meilen (cirka 3,7 Kilometer) mehr aufhielten.

Fischer und Nabu fürchten Folgen für Meerestiere

Den Vorsitzenden des Landesfischereiverbandes, Lorenz Marckwardt, beruhigt das nicht. „Wir lehnen generell den Einsatz von Sprengstoff unter Wasser ab.“ Daran ändere auch die Verschiebung auf Oktober wenig. „Da trifft es immer noch die Jungfische und außerdem die Herbstlaicher unter den Heringen.“

Einsatz eines Blasenschleiers wird geprüft

Auch Nabu-Landesgeschäftsführer Ingo Ludwichowski sieht die grundsätzlichen Umweltrisiken nicht behoben. In einem Punkt sieht er Fortschritte: Im Januar hielt  die Bundeswehr Blasenschleier bei einem Schiff von 130 Metern Länge für nicht praktikabel. „Ein Blasenschleier wird nun geprüft, ist aber auch eine Kostenfrage“, erklärte Milkert.

Eine Gefährdung der Häuser an Land und der bedeutsamen Uferschwalbenkolonie an der Steilküste sieht die Bundeswehr hingegen nicht. Dazu seien die geplanten Unterwasserdetonationen mit weniger als einer Tonne TNT-Äquivalent Sprengstoff zu gering.

Verschiebung für Tourismus positiv

Frank Göbel, Bürgermeister von Dörphof, möchte endlich geklärt haben, ob es für die beiden FFH-Schutzgebiete eine Umweltverträglichkeitsprüfung geben muss.  Die Verschiebung sei aber vor allem für den Tourismus positiv, findet er wie sein Bürgermeisterkollege von Damp, Horst Böttcher.

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