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„Burglind“ stürmt in Deutschland

Unwetterwarnung „Burglind“ stürmt in Deutschland

Wegen des Tiefs „Burglind“ peitschen orkanartige Böen über viele Landesteile Deutschlands. Am Morgen gab es amtliche Unwetterwarnungen im Westen und auch erste Verkehrsbehinderungen. Ab Mittag dürfte Schleswig-Holstein betroffen sein. Die Fährverbindung nach Helgoland ist eingestellt.

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Polizisten beseitigen einen umgestürzten Baum von einer Straße. Von Nordrhein-Westfalen bis Schleswig-Holstein müssen die Menschen wegen Sturmtief «Burglind» mit orkanartigen Böen rechnen.

Quelle: Oliver Berg/dpa

Düssseldorf/Offenbach. Orkanartige Böen sind am Mittwochmorgen mit mehr als 120 Kilometern pro Stunde über den Westen Deutschlands gefegt. In Nordrhein-Westfalen kam es zu vielen Verkehrsbehinderungen durch Tief „ Burglind“. Laut Polizei standen etwa Straßen in Essen und Mülheim unter Wasser, Gegenstände flogen umher.

Ein umgestürzter Baum blockierte die wichtige Regionalbahnlinie zwischen Aachen und Düsseldorf. Auch auf den Autobahnen A44 zwischen Jülich und Aldenhoven und auf der A59 bei Duisburg kam es laut WDR und Radio Duisburg zu Behinderungen. Auf der A44 stürzte ein Hochsitz auf die Fahrbahn. Die Polizei in NRW bat Autofahrer, besonders vorsichtig zu fahren.

Deutscher Wetterdienst warnt vor "Burglind"

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte vor umherfliegenden Gegenständen und umstürzenden Bäumen. „Die Böden sind durch den Regen der vergangenen Tage durchnässt, Bäume kippen leichter um“, sagte der DWD-Meteorologe Robert Hausen in der Nacht zum Mittwoch. Vor allem in Wäldern solle man sich am Mittwoch lieber nicht aufhalten.

Eine Kaltfront mit heftigen Winden, kräftigem Regen und möglichen kurzen Gewittern sollte vom Westen aus über Deutschland ziehen. Ab vier Uhr waren auch im Saarland und Rheinland-Pfalz orkanartige Böen zu erwarten. Das Ganze sollte laut Hausen „rasend schnell“ vorbeigehen. „Es gibt kurze, heftige Böen.“

Unwetterwarnung für Schleswig-Holstein

Für Schleswig-Holstein und Hamburg hat der Deutsche Wetterdienst eine Unwetterinformation herausgegeben. Das schwere Sturmtief zieht von Schottland über die Nordsee zur Ostsee und schwächt sich allmählich ab. Dabei kann es zu teils schweren Sturmböen zwischen 65 km/h und 85 km/h (Bft 8 bis 9) kommen.

An der Nordsee besteht eine Unwettergefahr durch teils orkanartige Böen bis zu 110 km/h (Bft 11). Der zeitliche Schwerpunkt liegt zwischen den Mittags- und Abendstunden. Erst in der Nacht soll der Sturm nachlassen. Vereinzelt kann es auch Gewitter geben, mit dem schweren Sturmböen einhergehen. 

Sturmtief bremst Inselfähren aus

Tief „Burglind“ hat zu ersten Ausfällen von Fähren geführt. In Cuxhaven wurde am Mittwoch die einzige Insel-Fährverbindung nach Helgoland vorsorglich eingestellt. Einige Urlauber seien bereits am Dienstag abgereist, andere würden zurück fliegen oder länger bleiben, sagte eine Sprecherin auf der Hochseeinsel.

Wegen des Wetters wird auch die Fähre MS „Funny Girl“ im Hafen bleiben, wie die Reederei Cassen Eils auf ihrer Homepage berichtete. Auch die Wyker Dampfschiffs-Reederei warnte vorsorglich, dass es wegen des gemeldeten Sturmtiefs zu Änderungen im Fahrplan kommen könne.

Früher abgereist sind auch einige Gäste auf der Insel Wangerooge. Dort fielen wegen Hochwasser zwei Verbindungen vom und zum Festland aus. Je eine Abfahrt wurde auch von Spiekeroog nach Neuharlingersiel und umgekehrt gestrichen. „Die Urlauber wussten aber seit Dienstag Bescheid und haben sich darauf eingestellt“, sagte eine Touristik-Sprecherin. Einschränkungen gab es zudem bei der Langeoog-Fähre. Die Linien Baltrum, Juist und Norderney sollten dagegen normal verkehren.

"Burglind" entwurzelte Bäume

Ein Regionalzug in Selm im südlichen Münsterland prallte am Morgen gegen einem entwurzelten Baum. Der Zug sei teilweise aus den Schienen gesprungen, verletzt worden sei aber niemand, sagte ein Bahnsprecher. Im Fernverkehr gab es Einschränkungen auf den Strecken Köln–Bonn, Köln– Aachen, Aachen–Krefeld, Kaiserslautern–Ludwigshafen und Köln-Niederlahnstein, wie die Bahn am Vormittag per Twitter mitteilte. „Aktuell ist noch nicht absehbar, wann die Verbindungen wieder voll befahrbar sind.“

Die Deutsche Bahn beobachtet die Wetterlage genau, wie ein Sprecher in Frankfurt am Main am Dienstag sagte. Bundesweit stünden etwa an mehreren Standorten Reparaturtrupps und -fahrzeuge bereit, um Sturmschäden an Oberleitungen zu beseitigen.

In Essen und Mülheim standen Straßen unter Wasser, Gegenstände flogen umher. Auch auf den Autobahnen A44 zwischen Jülich und Aldenhoven und auf der A59 bei Duisburg kam es laut WDR und Radio Duisburg zu Behinderungen: Auf der A44 stürzte ein Hochsitz auf die Fahrbahn.

In Hessen legte „Burglind“ den Verkehr teilweise lahm. Vielerorts stürzten Bäume um. Bei Limburg fiel ein Baum auf die Oberleitung der Bahn und bremste Züge auf der Strecke Limburg-Frankfurt aus. Das Polizeipräsidium Westhessen registrierte zahlreiche umgestürzte Bäume. Es gingen laufend Meldungen ein, vor allem für den Rheingau, Hochtaunus und Limburg, sagte ein Sprecher.

Schwere Verkehrsbehinderungen auch in Rheinland-Pfalz : Umgestürzte Bäume blockierten viele Straßen, auch im Bahnverkehr gab es Störungen. In mindestens drei Ortschaften in der Südwestpfalz fiel der Strom aus, wie die Polizei in Dahn mitteilte. Die Böen erreichten Geschwindigkeiten von 120 Kilometern pro Stunde. Alle Einsatzstellen seien am Rotieren, sagte eine Polizeisprecherin.

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Hier sehen Sie Bilder von Tief "Burglind".

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Von dpa

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