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Schleswig-Holstein Mieter fürchten höhere Vonovia-Mieten
Nachrichten Schleswig-Holstein Mieter fürchten höhere Vonovia-Mieten
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10:43 01.11.2018
Von Heike Stüben
In der Fabrikstraße 7 in Kiel und in Lübeck wurden die Buwog-Wohnungen bisher verwaltet. Nun übernimmt  das die Konzern-Zentrale in Nordrhein-Westfalen. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Im Frühjahr hatte der Wohnungskonzern Vonovia AG die BUWOG AG übernommen. Schrittweise gingen die Mietverhältnisse von 49.000 Wohnungen in Deutschland an die Vonovia über. Nun sind die 17.000 Wohnungen in Schleswig-Holstein mit den rund 500 Mitarbeiter der BUWOG an der Reihe. Rund 200 Mitarbeiter vor allem in Kiel und Lübeck müssen wie berichtet gehen – ihre Aufgaben übernimmt die Vonovia-Zentrale in Nordrhein-Westfalen. Und die Mieter?

Mietverträge bleiben bestehen

„Kauf bricht Miete nicht. Alle Mieter der BUWOG können sicher sein, dass ihre Mietverhältnisse mit allen Rechten und Pflichten von Vonovia übernommen werden“, erklärte Unternehmenssprecherin Jana Kaminski auf Anfrage. Auch im Alltag ändere sich nichts – bei Problemen sei der Hausmeisterservice vor Ort weiter Ansprechpartner.

„Es wird auch weiterhin lokale Standorte in Kiel, Eckernförde und Lübeck geben, um die gewissenhafte und umfängliche Bewirtschaftung unserer Bestände sowie die individuelle Betreuung unserer Kunden sicherzustellen. Vonovia ist ja bereits an einigen Standorten vertreten, etwa in Kiel-Mettenhof. Hier werden wir die Ressourcen sinnvoll zusammenführen.“

"Keine automatischen Mieterhöhungen"

Mieter befürchten zudem, dass – vor allem bei Wohnungen, die aus der Sozialbindung fallen – bald Mieterhöhungen anstehen. Kaminski widerspricht: „Dies geht nicht mit einer automatischen Anhebung der Mieten einher. Im Gegenteil: Wir sind einer der größten Bestandshalter von günstigen Wohnungen. Da können und wollen wir uns der Verantwortung, mit diesem Bestand anständig umzugehen, nicht entziehen.“ Und man stehe auch für Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Nebenkostenabrechnungen.

Mieterverein widerspricht

Für Heidrun Clausen, Geschäftsführerin des Mietervereins, bedeutet allein die Verlagerung der Verwaltung eine Verschlechterung für die Mieter. „Das bedeutet Anonymität, längere Wege und undurchsichtige Abläufe. Zudem ist unsere bisherige Erfahrung mit der Vonovia-Zentrale, dass man lange dafür kämpfen muss, um Auskunft über Betriebskostenabrechnungen zu erhalten – etwa wenn ein Hauswart und dazu ein Hausmeisterservice abgerechnet werden."

Clausen rechnet aus ihrer Erfahrung damit, dass der neue Eigentümer „alle rechtlichen Spielräume bei den Mieten bei den BUWOG-Wohnungen ausnutzen wird. Die Sprecherin hat ja nur automatische Erhöhungen ausgeschlossen".

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