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12:00 23.04.2018
Von Heike Thode-Scheel
Duppelsiet ut dat lütte Platt-Book. Quelle: Tanja Esch/Junius Verlag

„Cooler kann man nicht gegen das Aussterben des Plattdeutschen angehen“, löövt en groot Hamborger Blatt. „Ich habe versucht, eine alte Sprache frisch und neu anzugehen. Damit die Sprache nicht verschwindet“, vertellt de junge Deern, de twaars sölben keen Platt schnacken kann - liekers versteiht se sik wunnerbor op ehr Metier. Denn se leevt nu all tein Johr in’e Hansestadt un kennt Stadt un Lüüd.  De Hessin studeert an’e  Hochschool för  Angewandte Wetenschaften in Hamborg un is nu graad dorbi, ehrn Master as Illustratorin op’e Been to stellen. Ehrn Bachelor hett se all in’e Tasch – sogor mit Utteken för ehr Bachelor-Arbeit: „Supercool“. Dat is‘n Kinner-Comic över de schönen un nich so schönen  Belevnisse vun‘n lütt Schoolkind: „Das ist auch ein bisschen autobiografisch – was ich so erlebt habe in der Grundschule. Es geht um Freundschaften, aber auch um Ausgrenzung“, vertellt Tanja Esch.

Dat niege Book is wat ganz Besünneres. Denn „das war auch die erste richtige Berührung mit Platt“, smüüstert de Deern. Ich finde das spannend und schön und die Sprache klingt sehr niedlich. Ich mag es einfach gerne hören.“ Jüst so seht ok ehr Minschen ut. De sünd mit’n poor Bleestiftstrichen trech - liekers is de een driest, de anner bang, de een benaut, de anner blied. Een is arm un kiekt bedrüppelt, de anner is riek un tirileert. Een is flietig un sitt deepdikern an‘ Schrievdisch, de anner is fuul un maakt dicke Backen. Ehr Stil? „Albern, bunt, kindisch. Mir sind die Figuren total wichtig. Was sie mögen, was nicht. Ich bin sehr liebevoll beim Zeichnen. Sie müssen greifbar sein, dass man sich vorstellen kann, wer das ist“, verklaart de Teeknerin. Mankeen mol steekt se sogor sölben dor binn, smüüstert se. „Oder Freunde von mir. Die Bilder sind sehr reduziert – haben aber trotzdem viel Ausdruck.“

De Idee för dat Book harr de Junius Verlag: „Die Liste mit den Gegensätzen gab es schon und ich habe dann überlegt, wie man das umsetzen kann.“ Wichtig weer: Dat schull en „All-age-book“ ween. Also för lütt un groot. Un dat schull typisch norddüütsch utsehn: „Ich habe mir dann zu den Begriffen die passenden Bilder ausgedacht, habe grobe Skizzen gemacht und sie immer wieder an den Verlag geschickt.“ Dor würr veel hin un her överleggt, denn: „Es ist schon eine Herausforderung, etwas zu finden, was griffig ist und was viele kennen. Ich hatte total viele Bildideen.“

Optletzt geiht dat denn ran an‘ Schrievdisch:  „Ich zeichne die Bilder mit dem Bleistift vor und dann werden sie am Computer koloriert“, verklaart se.  Un denn kümmt dor Leven in’e Bude: Dor suust en Fru mit Sünnenbrill un fleegen Hoor gau op’t Motorboot över’t Water. Op’e anner Siet dümpelt en Swaan-Tretboot suutje mit twee Verleevte op’e Alster. Meist höörst du den dicken Pott, de „Queen Mary“, luut tuten – gegenöver dreiht sik dat rode Seilboot „Rosi“ liesen in‘ Wind. Un wettst wat? De groten Pötte tuut so luut, dor kümmt nich mol‘n Presslufthammer mit. De hett man blots 120 Dezibel. Dat Schippshorn aver 146. Plietsch oder? Tja, blangen Platt kannst du di ok‘n Barg anner Saken in düt lütt Book rutklamüüstern. Denn achtern verklaart Tanja Esch ehr Biller: „Mir war es wichtig, dass der Leser nicht allein gelassen wird mit einem Bild. Zum Beispiel der Paternoster. Ich wusste gar nicht, dass der Begriff was mit Hamburg zu tun hat. So kann man vorne in Ruhe schauen und hinten nachlesen.“

Also ik finn: Düt lütt Book is heel groot. Un uns ool Spraak is ganz nee dorbi rutkamen. `n Barg to sehn op wenig Sieden. Mol benaut un mol blied. Aver jümmers kuntreer.

Junius-Verlag

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