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Schleswig-Holstein Minderheitenarbeit als Unesco-Welterbe?
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12:36 02.11.2018
Die Minderheitenarbeit in der Region sei so gut, dass sie aus seiner Sicht in die Liste des immateriellen Unesco-Welterbes gehöre, sagte Bernd Fabritiu. Quelle: dpa
Flensburg

Der Minderheitenbeauftragte der Bundesregierung will Bestrebungen unterstützen, das Zusammenleben von Mehrheiten und Minderheiten im deutsch-dänischen Grenzland zum immateriellen Welterbe erklären zu lassen. Die Minderheitenarbeit in Schleswig-Holstein sei so gut, dass sie aus seiner Sicht in die Liste des immateriellen Unesco-Welterbes gehöre, sagte Bernd Fabritius am Donnerstag nach seinem Antrittsbesuch bei der dänischen Minderheit in Flensburg. Sie sei ein „best practice-Modell“, das in Europa Schule machen sollte.

Unterstützung für ihren Antrag erhalten die Organisationen der dänischen Minderheit in Deutschland und der deutschen Minderheit in Dänemark bereits von Schleswig-Holstein und Dänemark. Eine Entscheidung auf Bundesebene dazu steht nach Angaben des kulturellen Dachverbands der dänischen Minderheit, dem Südschleswigschen Verein/SSF, noch aus.

Der beste Weg zur Aufnahme wird beraten

Bernd Fabritius betonte, er fände die Aufnahme ein sehr wichtiges Ziel. Welches der beste Weg dahin sei, müsse noch beraten werden. „Ich werde in Kopenhagen Frau Ministerin Mette Bock treffen, werde mit ihr beraten, was der zweckmäßigste Weg ist.“ Es könne auch gut sein, dass Dänemark den Antrag einbringe und Deutschland diesen flankierend unterstützt, sagte Fabritius.

Eine Rolle bei dem gut zweistündigen Besuch in Flensburg spielten auch die Überlegungen, einige kleine Schulen der dänischen Minderheit zu schließen. Neben pädagogischen Fragen spielen bei den Überlegungen nach Angaben eines Sprechers des dänischen Schulverein Südschleswig auch ökonomische Herausforderungen eine Rolle. So seien die Lohnkosten im Verein wegen hoher Tarifabschlüsse deutlich höher gestiegen, als die Zuschüsse aus Dänemark.

Darüber hinaus müssen Mittel für die notwendige Digitalisierung der Schulen bereitgestellt werden. Insgesamt müssen in den kommenden Jahren bis zu fünf 5 Millionen Euro innerhalb der nächsten Jahre eingespart werden. In einem 40-seitigen Maßnahmen-Katalog wird derzeit unter anderem auch über die Schließung einzelner Schulen diskutiert.

Minderheitenschulen sichern Identität

Ein gutes Netz von Minderheitenschulen sei notwendig, etwa um die Sprache als bedeutendes Merkmal der eigenen Identität, zu sichern, sagte Fabritius. Er betonte aber, wenn jetzt Schulschließungen diskutiert würden, geschehe dies nicht aus finanziellen Gründen, sondern sei der geringen Größe einiger Schulen geschuldet. Es gehe um pragmatische Fragen, was ist für die Kinder das beste sei: In einer Mikroschule zu sein oder lieber ein paar Kilometer zu fahren. Das seien Entscheidungen, die nur die Minderheit allein treffen könne.

Nach seinem Besuch in Flensburg reiste Fabritius, der seit dem Frühjahr Minderheitenbeauftragter ist, zum Antrittsbesuch bei der deutschen Minderheit in Apenrade (Dänemark) weiter.

Von Britta von Gyldenfeldt

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